TrabantForum / Retrokanal - Das Magazin

Samara Fun von Lada

Lada Samara Fun Cabrio - Ein Erfahrungsbericht

Bereits vor der Wende war ich Lada Fan, fahre bis heute immer wieder mal einen Lada und das mit steigender Freude und Begeisterung.

Neues Auto - 1996 war es an der Zeit.

Ich brauchte dringend wieder einen fahrbaren Untersatz, aus familiären Gründen fiel der Alte weg und so machte mich auf die Suche und entdeckte bei einem Toyota Händler in meiner Heimatstadt Plauen einen zwei Jahre jungen Lada Samara Fun 1100. Das Auto hatte keine 10.000 Kilometer auf dem Tachometer, war in einem optisch sehr guten Zustand und von Verschleiß keine Spur. Es wurde von einer Frau als Zweitwagen bewegt, hat man mir erklärt und so schlug ich zu.

Das einzige, was mich daran gestört hatte, da ich einige Jahre zuvor einen Lada Forma 1500 fuhr, sozusagen den Jetta als Samara,, also mit Heck mit Kofferraum, war ich vom 1,5 Liter Motor begeistert, aber der 1100 war, ja wie soll ich sagen, es war ein äußerst freudiger Motor, aber naja, Elastizität ging gegen null.

53 PS, 1100 Kubik und nur ein Vierganggetriebe

Erst spätere Modelle hatten dann als 1.100ccm ein Fünfganggetriebe ab Werk bekommen.

Diese seltsame Politik wurde von Lada lange verfolgt. Die 1.500er waren generell mit fünf Gang Getriebe, der dazwischen liegende 1300 war wahlweise mit fünf Gang Getriebe und der Motor war anfangs nur mit vier Gang Getriebe. Vier Gänge waren deshalb schlechter, weil man bei diesem relativ schwachen Auto am Berg zwischen den Gängen hing.

Das Auto drehte ordentlich und der Motor war auch recht flott aber im Mittelgebirge, aus dem ich stamme, das Vogtland, war das Auto dann oft, schon mit einer Person überfordert.

Der Lada Samara Fan wurde ursprünglich nicht von Lada gefertigt, er wurde im Emsland bei der damaligen Firma Bohse aufgeschnitten. Die Firma Bohse im Emsland hat schon vor dem Samara den alten Lader 2105 in den alten Bundesländern als Lada Nova bekannt, aufgeschnitten bzw komplett umgebaut, mit einer Kunststoff Karosserie versehen und als Strand Auto angeboten.

Eine sehr eigenwillige Kreation, wie Zeitgenossen berichteten.

Der Samara Fun war dann noch mal ein weiterer Versuch von der Firma Bohse Fuß zu fassen und dabei wurden komplette drei Autos. Genommen und ab der B Säule das Dach abgeschnitten. Darauf kam dann ein ABS Kunststoff Aufbau mit integriertem Kofferraum Deckel, der so ausgelegt war, dass man zur Not auch leichtes Gepäck auf dem Deckel verschnallen konnte, was ich aber nie gewagt habe, weil die ganze Sache doch etwas instabil für mich wirkte.

Darunter verbarg sich der normale Kofferraum, versehen mit einer Strebe zwischen den beiden Federdomen, weil das Auto natürlich auch mehr zum Verwinden neigte als vorneweg. und daneben hatte man auch noch einige andere Stabilisierungsmaßnahmen vorgenommen.

Der Kunststoff Aufbau war verklebt und verschraubt, meines Wissens noch, riss aber gern an den Schraubenlöchern ein.

Das Auto hatte ich über sechs Jahre in Benutzung, Sommer wie Winter und auch mein Lada blieb nicht verschont und bekam Risse, die ich dann mit Bohrungen versehen habe, also am Ende des Risses eine ganz kleine Bohrung eingebracht, damit der Riss nicht weiter ging, was auch gewirkt hat. Man sah das Gott sei Dank nicht auf dem ersten Blick.

Das Verdeck wurde seitlich, über den von der B-Säule beginnend über das Dach in die gegenüberliegende B-Säule geführt, in einer Art Schiene und wurde dann ringsum verknüpft bzw. mit diesen kleinen Verdeckriegeln (also diese kleinen, was man auch vom Trabant Kübel kennt), dieser dieses Loch. Im Stoff, was man dann über diesen Knebel schiebt und dann den Knebel 90 Grad verdreht. Hat auch wirklich gut funktioniert.

Verdeck
Samara Fun Verdeck

Beim Verdeck hat man sich nicht lumpen lassen, das war Sonnenland -Stoff. Bei denen kaufte damals auch Porsche ein. Es war also wirklich ein sehr widerstandsfähiger Verdeckstoff und in der B-Säule über das Dach zu anderen B-Säule war eine Art Kunststoff Schiene angebracht, die auch die Schnitt Kante großflächig verdeckte. Diese war abgedichtet, damit also auch Regenwasser nicht in die Kabine eindringen konnte, im Bereich vom Übergang der Karosserie zum Verdeck.

Es gab hinten natürlich nur noch Beckengurte, weil ja die C-Säulen wegfielen. Heutzutage würde ich das meinen Kindern vielleicht nicht mehr zumuten, sich da hinten reinzusetzen. aus Sicherheitsgründen.

Aber gut, heutzutage wäre das Auto schon langsam ein Oldtimer oder wäre ein Oldtimer.

Der Rest des Autos war. Ganz normal, Lada Samara und hatte natürlich alle Vor und Nachteile dieses Autos mitgebracht.

Vorteile waren die sehr robuste Verarbeitung, robust in zweierlei Sinne, einmal wirklich sehr stabil, alles und lange haltbar und robust. Naja, halt eben russisch, wo man pragmatisch und manchmal auch ein bisschen, wo man mit Kopfschütteln vielleicht sagt na gut, das hätte man anders lösen können aber es ist bei dem Auto nie was abgefallen oder oder großartig kaputt gegangen.

Außer normale Verschleißteile, Bremsen etc..

Armarturenbrett
Das Armaturenbrett des Lada Samara Fun. Hier in einer modifizierten Variante, durch Radio, Drehzahlmesser etc. 

Bis auf den schwachen Motor konnte ich nichts sagen gegen das Auto spricht, er fuhr ordentlich mit den Nachteilen dieser aufgeschnittenen Karosserie, weil doch ab und zu mal ein, bei schlechten Straßen, Zittern durch die Karosserie ging.

Es hat halt das stabilisierende halbe Dach gefehlt. Im Sommer war das Auto natürlich ein Hingucker. Für die einen ist das einfach nur gut aus, Andere fanden es furchtbar.

Von der Seite betrachtet. sah das Auto auf den ersten Blick, wenn es offen war, wie ein Pick up aus und im geschlossenen Zustand wirkte das Auto noch etwas harmonischer aber das ist meine Ansicht.

Warum ich mir diesen Lada Safari mir gekauft habe? Weil ich wie gesagt am Anfang erwähnt ein Lada Fan war und ich dieses Auto äußerst interessant fand, schon als es im Prospekt erschien. Das Auto war nie eine Schönheit, aber originell.

Front Samara Fun
Lada Samara Fun Front

Warum das Auto dann von Lada produziert wurde bzw nicht produziert, sondern unter dem Namen Lada in Deutschland verkauft wurde, hat einen ganz einfachen Grund, Lada hatte bereits ein Full-Cabriolet, was wirklich sehr schick und sehr schön aussah in der Seitenlinie,  Dieses Cabrio erhielt aber in Deutschland keinen TÜV Segen. Warum auch immer. Es war als ein Bügel loses Voll-Cabriolet ohne schwarze sichtbare Anbauteile mit einem sehr schön hochgezogenen Heck und einen angedeuteten Kofferraum hinten Deckel.

Die Einstiegsmodelle hatten noch einen manuellen Choke, dann gab es sie auch mit automatischem Schock und geregeltem Katalysator, die mit dem Hand Choke sind ungeregelt,  einen Katalysator hatten sie und ein paar PS mehr.

Ich fand das Auto trotzdem schick. Ich fuhr es mit am längsten von meinen Autos. Das hat aber auch finanzielle Gründe gehabt. Und ich wurde sehr oft auf das Auto angesprochen. Aber es ist ein Fahrzeug, was man haben möchte. Unbedingt. Es ist mehr eine Bauchentscheidung, weil es doch mehr so eine KitCar Anmutung hatte. Die Verarbeitung war gut. Auch das, was die Firma Bohse geliefert hat, kann man nichts sagen. Aber ich möchte nicht wissen, wie das Auto reagiert hätte bei einem Auffahrunfall.

Man hat sich da in den Neunzigern noch nicht ganz so viele Gedanken drüber gemacht, aber so ist es halt. Da dürfte man auch keine Oldtimer mehr fahren.

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