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Autor Thema: Motorregeneration Trabant 600
trabiweb

Beiträge: 145
Registriert am: 03.05.2005


Ich baue gerade einen Trabant 600 auf. Der Wagen wurde seit der Wende nicht mehr gefahren und hat noch den original 23 PS Motor drin (27 TKM).
Ich wollte den Motor eigentlich generalüberholen lassen in einer Fachwerkstatt.
Ist das wirklich nötig? Der Motor lässt sich drehen und wurde von Zeit zu Zeit durchgedreht. Wie sind eure Erfahrungen beim Aufwecken eines Trabi-Motors aus dem Dornrößchenschlaf?
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Moment - wenn Du den Motor zum Überholen in eine Fachwerkstatt schaffst, berechnen die Dir alles zusammen, incl. Auseinander- und Zusamenbau. Besser und für Dich günstiger wäre, wenn Du ihn selbst zerlegst und dann die Kurbelwelle sowie die Zylinder einzeln wegbringst. Die KW wird dann überholt (neue Lager, evtl. neue Pleuel - je nach Zustand), die Zylinder werden gehont und es kommen neue Übermaßkolben und neue Ringe rein.
Zusammenbauen mußt Du ihn dann wieder selbst. Vorteil: Lerneffekt und Ersparnis.
Ich empfehle für KW und Zylinder/Kolben www.motoren-frech.de .
Kann allerdings sein, daß die einen Austausch der Welle wollen - da solltest Du dann darauf bestehen, daß sie Dir DEINE Welle fitmachen - nicht daß Du am Ende eine 5B-Austauschwelle der letzten Generation hast, die mit "original 600er" eigentlich nix zu tun hat...

Ach so - bevor ichs vergesse. Die Komplettkur ist nach dieser langen Standzeit immer sinnvoll, weil damit eigentlich jedes Restrisiko ausgeschlossen wird. Auch, wenn er erst so wenige km weg hat wie Deiner. Gerade dann, denn einfach anlassen kann den Tod für den Motor bedeuten - und den hat er nach 27.000km noch lange nicht verdient.

[Bearbeitet von Deluxe (26-05-2005 - 22:58)]

kupy

Beiträge: 7.303
Registriert am: 11.10.1999


Bei erst 27000km braucht kann man eigentlich selberzerlegen, alles reinigen, ggf. wieder gängigmachen und ohne Tauschteile wieder montieren, ohne daß was überarbeitet werden muß. Natürlich immer vorausgesetzt, die Schäden sind nicht zu groß. Aber Wellenlager gängigmachen und Kolbenringe ebenso, Dichtrionge und Dichtungen wechseln dürften nicht die Kür sein.
holz michl

Beiträge: 5
Registriert am: 25.05.2005


hallo trabiweb,

also eine motor mit 27000 km brauchst du nicht zu überholen, noch dazu wenn es ein alter 600er ist, die hatten eh längere laufzeiten. allerdings würde ich den motor schon aufmachen und ihn neu abdichten. durch langes liegen ode stehen verhärten die simmeringe und die sind dann nicht mehr dicht. außerdem trocknet das innenleben aus, kurbelwellenlager zylinder, es ist kein schmierfilm mehr da und ein erststart könnte dem motor schaden. aus welcher ecke kommst du, ich könnte dir anbieten den motor zu machen, bringste dichtsatz mit kannst auch drauf warten, habe das hundertfach in trabbischmiede zu ddrzeiten gemacht. ich würde mir überlegen, gleich auf die kolberingabdichtung der kw umzurüsten, hast ruhe und die simmerringe halte nicht ewig, dazu würdest du allerdings eine andere schwungscheibe brauchen.

heckman

Beiträge: 8.322
Registriert am: 06.02.2005


@holzmichl:
Es soll ein 600er bleiben

Jepp, reinigen und neu abdichten reicht.

trabiweb

Beiträge: 145
Registriert am: 03.05.2005


Hallo, danke erstmal für Eure Anregungen.
Ich war zwischenzeitlich auch nochmal in der besagten Fachwerkstatt. Aufwand und Kosten hängen natürlich stark vom Zustand des Motors und des Innenlebens ab. Da der Luftansaugschlauch aber die ganze Zeit über auf dem Vergaser steckte und der Motor von Zeit zu Zeit gedreht wurde, stehen die Chancen nicht schlecht, dass nicht allzuviel zu machen ist.
Kostet bei Lieferung als Rumpfmotor immer noch ne Stange Geld, aber ich habe halt keine Erfahrungen beim Motorenaufbau.
Und wenn man von Etwas keine Ahnung hat, dann sollte man es lassen.
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Oder es mal mit Hilfe eines erfahreneren Kollegen machen, um es dann in Zukunft selbst zu bringen und "Ahnung" zu haben. Ist meiner Meinung nach der bessere Weg...
trabiweb

Beiträge: 145
Registriert am: 03.05.2005


Das Problem ist nur, hier in Ostbrandenburg gibt es keinen Club oder sowas.
601 Uncrowned

Beiträge: 4.632
Registriert am: 23.12.2003


In Berlin und Umland gibt es einige engagierte Clubs und Leute, die Dir mal eben Deinen Motor machen würden. Ich könnte Dir jemanden in Potsdam empfehlen (nicht mich).

Ach ja, ich hab eben einen tollen Eintrag in Deinem Gästebuch gefunden:

Trabi ist einfach nur geiel alles kanst du selber dran machen mein tabi ist tievergelegt und hat eine Ratkastenverbreiterung der Kofferraum ist mit Bachsen überseht Hat eine Flip Flop Lackierung

[Bearbeitet von 601 Uncrowned (29-05-2005 - 23:35)]

kupy

Beiträge: 7.303
Registriert am: 11.10.1999


Kann das mal einer übersetzen? Was sind "Bachsen"???
Steinklumpen

Beiträge: 14
Registriert am: 10.06.2005


Hallo, habe auch so einen Trabbi mit 23 PS Motor rumstehen, is einer der frühern 601er (´Bj. 1966) und auch mal nich verbastelt,der Motor war fest er is jetz aber wieder frei, bissel Öl hat geholfen...
68 000 hat er jetz runter, ich bin für eine Überholung, mein älterer herr meinte er hätte ihn einfach angeworfen

Was tun?

Chris601

Beiträge: 9.390
Registriert am: 19.11.1999


also WENN er schon fest war, dann hilft eigentlich NUR überholen.. Wenn du ihn einfach anlässt, kannste dich drauf verlassen, dass er nicht lange laufen wird..
Sachsenring601

Beiträge: 803
Registriert am: 17.12.2004


Eine GR bei einem Motor mit gerade einmal 27 000 km halte ich nicht gerade für ökonomisch effektiv. Erfahrungen haben gezeigt, dass Motore die lange Zeit gelagert waren, noch voll intakt sind. Auf jeden Fall sollte man den Motor öffnen, schauen ob Zylinderlaufbahnen, Kolbenringe und Kolbenbolzen rostfrei sind, dass trifft auch für Kurbelwellenlager zu. Wenn das Motorinnere vor Staubeinwirkung geschützt war (Zündkerzen eingeschraubt, Öffnungen mit Putzlappen verschlossen), hält sich auch die Verschmutzung in Grenzen. Das größte Problem sind die Simmeringen, die sollte man natürlich austauschen. Wenn natürlich der Motor vor einer Stilllegung noch einmal Kalt gestartet wurde, dann sind meist enorme Korrosionserscheinungen deutlich.
Wenn alles ok war und der Motor nach gründlicher Reinigung wieder eingebaut ist, vor dem Starten in die Kerzenöffnung etwas Motorenöl einfüllen und den Motor mehrmals drehen, dass verhindert, dass Lager nach dem Anlassen trockenlaufen.

trabiweb

Beiträge: 145
Registriert am: 03.05.2005


Habe den Motor jetzt zur Regeneration gebracht.
Ist mir doch lieber, wenn das eine oder andere Bauteil kontrolliert und ggf. ausgewechselt wird. Kann mir nicht vorstellen, dass z.B. die Kolbenringe nach 15 Jahren Standzeit noch genügend Spannung haben...
Habe vorher die Zylinderköpfe abgenommen: Die Zylinderwände sahen aus wie neu!

kupy

Beiträge: 7.303
Registriert am: 11.10.1999


Na da die Kolbenringe kaum belastet werden und schon gar nicht über die Streckgrenze hinaus, sollte sich an deren Spannung kaum was ändern. Allerdings können die Simmerringe schonmal verhärten mit der Zeit...
 

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