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Autor Thema: getriebe reparieren
Pappenfan

Beiträge: 258
Registriert am: 28.08.2000


was sollte man beim getriebe alles erneuern,wenn man es schon mal auseinander hat?(freilauf defekt)
volker1930

Beiträge: 248
Registriert am: 17.04.2005


Hallo Pappenfan,

schwer zu sagen, das hängt von der Laufleistung des Getriebes ab. Manchmal ist es für ein gut laufendes Kugellager besser, es in Ruhe zu lassen.
Auf alle Fälle den Freilauf komplett wechseln (Feder, Nocken Rollen). Über den Käfig kann man diskutieren.
Alle Wellendichtringe (Simmeringe)würde ich ersetzen.
Auch die Synchronringe sind Verschleißteile.

Gruß Volker

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Ich würde empfehlen, auf jeden Fall mal das Differential aufzuschrauben und die Ausgleichradachse (auf der die beiden kleinen Ritzel laufen) auf Verschleiß prüfen - die läuft mitunter ziemlich stark ein. Ebenso das Rückärtsgangrad (oben, neben den Schaltgabeln) auf übermäßiges Kippspiel prüfen!
Gunnar

Beiträge: 923
Registriert am: 28.05.2004


So, ich greif das Thema mal auf:

Ich bereite mich zur Zeit auch schon mal innerlich auf eine bevorstehende Getrieberegenerierung vor. Meine Fragen wären jetzt:
1) Welches Werkzeug brauche ich unbedingt für eine möglichst anständige und vollständige Reparatur?
2) Welche Kleinteile (Paßscheiben, ...?) brauche ich unbedingt und wo bekomme ich die her?
3) Wie erkenne ich Verschleiß an sensiblen Bauteilen wie z.B. diversen Wellen, Zahnrädern? Also, ich meine, wenn z.B. irgendwas stark eingelaufen ist, dann ist der Fall ja klar. Aber evtl. gibt's ja auch Verschleiß, den man als Getriebeanfänger nicht ohne weiteres erkennt?

Mal noch zum Zielobjekt:
es ist ein Getriebe für Scharniergelenkwellen. Bj. weiß ich gard nicht, aber die Abschlußdeckel sind nicht geschraubt. Ansonsten: es ist undicht, verursachte beim Fahren ziemliches Schütteln (Differential?), ließ sich mehr oder weniger normal schalten und verursachte auch keine schlimmen Geräusche.

Gruß
Gunnar

Hegautrabi

Beiträge: 11.164
Registriert am: 02.10.2005


Mach das Getriebe erstmal auf und schaue dir die Teile an.
Du musst beide Wellen zerlegen um bei der einen den Freilauf (dafür brauchst du eine kräftige Presse) und bei der anderen die 4 Syncronringe zu tauschen.

Beim Wechsel der Syncronringe erkennst du eingelaufene Losräder oder zerbrochene Muffenträger. Die Drahtsprengringe sind auch selten alle ganz.

Nicht alle Zahnräder können bedenkenlos getauscht werden, beim 3. Gang wurde z.B. mal der Eingriffswinkel verändert. Das geht dann nur paarweise.

Die meissten Teile und den besten online-Katalog hat Reich. Auf Anfrage liefert dir aber ggf. auch ein anderer Händler die Kleinteile.

Wie @standard schrieb, auch das Diffi öffnen und den Rückwärtsgang inspizieren. Ebenso sollte die Mutter des Schaltfingers auf Festsitz geprüft werden.
Die Kugellager auf dem Diffi erneuere ich nur bei Bedarf, die anderen 3 und das Walzenlager immer. Ebenso natürlich alle 3 WeDiRi, O-Ringe und die Papierdichtung.

Aufpassen beim Einstellen des Tachoantriebes! Der muss bei fest angezogenen Gehäuseschrauben noch ein paar Zehntel axial verschiebbar sein.

Für das Gehäuse verwende ich Hylomar.

Chris601

Beiträge: 9.390
Registriert am: 19.11.1999


Dann sag ich an dieser Stelle auch mal herzlichst Danke! Das Getriebe muss ich mir in absehbarer Zeit auch vornehmen.
Gunnar

Beiträge: 923
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Besten Dank, ist doch schon mal 'ne Orientierung!
Wie "groß" sollte denn die Presse sein, also quasi die lichte Weite, damit die Welle auch dazwischen paßt? Und was braucht man so an speziellen Unterlagen oder Druckstücken?
Benötigt man spezielle Abzieher? (ich denke da an Lager, Zahnräder etc. wechseln)

Gruß
Gunnar

[Bearbeitet von Gunnar (27-04-2009 - 21:25)]

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Die Presse müßte etwa 20-30 cm "lichte weite" haben - je nach Dicke der Unterlegestücke...
Für das andere Lager der Antriebswelle und das Kugellager der Abtriebswelle geht z.B. ein normaler, mittelgroßer 3-Klauenabzieher.
Die Zahnräder der Abtr.welle sind nach abziehen dieses Kugellagers normal abnehmbar, das Antriebsrad 4.Gang (in dem der Freilauf sitzt) drückt man ja mit der Presse ab.
Hegautrabi

Beiträge: 11.164
Registriert am: 02.10.2005


Ein paar Hülsen zum Unterlegen solltest du dir ggf. anfertigen können, passendes Rohr absägen und plandrehen. Ebenso Dorne zum Pressen.

Meistens liegen davon aber genügend verschiedene neben einer solchen Maschine.

Gunnar

Beiträge: 923
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Sooo, es ist an der Zeit, meine ganze Planung über den Haufen zu werfen.

So, wie es aussieht (oder besser: wie es sich anhört und -fühlt) hat mein jetziges Getriebe nicht die Absicht, noch auf längere Zeit ordnungsgemäß zu funktionieren.Das Problem dabei:
- ich hab in nächster Zeit überhaupt keine Zeit, um mir autodidaktisch die Getriebereparatur beizubringen, ganz davon zu schweigen, daß ich mich erstmal nach der technischen Ausrüstung umgucken muß...
- ich bin absoluter Getriebeanfänger (jaja, auch für ein Getriebeseminar war bisher keine Zeit). Das Getriebe muß aber nach der Reparatur unbedingt funktionieren; kann es mir nicht erlauben, beim ersten Anlauf was falsch zu machen.

Daher die Frage: würde sich hier jemand dazu bereit erklären, mir das Getriebe zu überholen?

Gruß
Gunnar

[Bearbeitet von Gunnar (06-05-2009 - 17:21)]

Hegautrabi

Beiträge: 11.164
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Ich repariere es dir wenn du es mir schickst.
Gunnar

Beiträge: 923
Registriert am: 28.05.2004


Fein fein. Dann müßten wir uns ja nur noch über die Formalitäten einigen.
Was ich zum Getriebe weiß, steht ja schon oben; wie gesagt, das Schütteln beim Fahren wird zur Belastung.

Ich werd Dir erstmal meine aktuelle Mailadresse schicken.

Gruß
Gunnar

hotwheelz

Beiträge: 979
Registriert am: 23.02.2009


*Noch mal hochhol*

Muss bei nem Getriebe von Scharnier- auf Gleichlaufantriebe umbauen. Was brauch ich da an Spezialwerkzeug?
Getriebe lief einwandfrei, kriegt in dem Atemzug dann aber gleich neue Dichtungen (Was ja zumindest bei den Antriebsglocken logisch ist). Brauch ich diesen komischen Abzieher für die Rillenlager am Diffi?
Hab mir die Anleitung im Rep.-handbuch online mal angeschaut, in meinem WHIMS steht nix drin.
Bin für Tipps sehr dankbar.

standard

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Registriert am: 26.01.2002


Bei den neueren Getrieben sind schmale Kugellager auf dem Diff. (16009?) - diese lassen sich ggf. normalerweise recht leicht demontieren (2 Montierhebel auf der Zahnrad-, Hammer und Messing/Aludorn auf der Gehäuseseite. Wirklich kaputt gehen diese LAGER aber eigentlich eher selten - ausser bei Ölmangel z.B..
Der eigentliche Umbau umfasst eigentlich nur die Achswellenräder selber - die im Diff.gehäuse laufenden Ausgleichkegelräder und vor allem deren Achse können bei Verschleiß mit fällig werden. Je nach Laufleistung und Zustand wäre natürlich zu entscheiden, ob man nicht sinnvoller Weise gleich die anderen Kugellager (3x 6304) und ggf. auch den Freilauf mit ersetzt (das Rollenlager der Schaltwelle ist erf.gemäß nahezu unkaputtbar). Für dies Arbeiten brauchst Du dann aber doch einen vernünftigen (z.B: 3-armigen) Abzieher und - für das Ab- und Aufpressen des Freilaufs - eine ordentliche Presse.
Die Simmeringe sind natürlich auf jeden Fall zu erneuern, ganz richtig!
hotwheelz

Beiträge: 979
Registriert am: 23.02.2009


Danke.
Also müssen die Kugellager runter. Muss ich halt schauen ob es ohne Abzieher geht. Ansonsten lief ja das Getriebe, ohne Geräusche, Freilauf ging wunderbar. Muss halt nur die Achswellenräder tauschen, die Ausgleichsräder hab ich auch da.
Na dann hoffe ich mal, dass es klappt.
standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Um´s nochmal zu verdeutlichen: um die A.wellenräder zu tauschen, MÜSSEN die Lager NICHT runter - nur dann, wenn man sie bei dieser Gelegenheit gleich mittauschen möchte.
hotwheelz

Beiträge: 979
Registriert am: 23.02.2009


Na, ich stand etwas auf dem Schlauch. Danke für die Info.
hotwheelz

Beiträge: 979
Registriert am: 23.02.2009


So ich mal wieder. Hat alles wunderbar geklappt, Lager sahen alle gut aus, so dass nur Die Räder getauscht wurden. Selbst die Achse für die Ausgleichsräder war super. Jetzt muß nur noch alles dicht sein...
Totenkopf

Beiträge: 111
Registriert am: 05.05.2008


An Gunnar.Der Hega ist ein Meister.Hab von Ihm auch ein überholtes Getriebe drin.Top Arbeit.
Leonardo

Beiträge: 52
Registriert am: 25.06.2011


Muß hier nochmal eine Frage stellen:

Gibt es irgendwo eine genaue Anleitung um ein Scharniergelenkwellengetriebe (was für´n Wort...) auf Tripodenantrieb umzubauen ?

TV P50

Beiträge: 3.959
Registriert am: 06.12.2001


Getriebe ausbauen, dann Getriebe öffnen, nun das Differnzial rausnehmen und zerlegen. Die Becher im Diff. austauschen und alles wieder zusammenbauen.
Anders geht es nicht.
 

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