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Autor Thema: Drehschieber verunglückt
moccafix

Beiträge: 254
Registriert am: 16.01.2004


Hallo zusammen,

gestern kam es in einem ca. 3500 km gefahrenen Motor zu einem Zwischenfall...

Der Motor wurde mit einer reg. KW aus Freiberg, neuen Sätzen Kolben samt geschliffener Zylinder und neuer Drehschieber zusammengebaut.

Der Wagen, zu dem der Motor gehört, blieb gestern am Straßenrand liegen (und wurde geborgen). Ich war beim Ausfall nicht dabei und weiß desshalb nicht genau, wie es vor sich ging. Zumindest lief er die letzten Meter nur auf einen Zylinder und dann ging er aus.

Die Diagnose nach Zerlegung ergab einen vom Zapfen gesprungenen Drehschieber. An einem Zapfen hatte er noch halt gefunden, die beiden Federn waren unbeschadet an Ort und Stelle.

In jedem Falle gab es Abrieb am Drehschieber und auch am Gehäuse, der bis Zündkerze vorgedrungen ist. Im Gehäuse und auch auf der KW war eine Art "Graphitschleim", welcher wohl der o.g. Abrieb ist, zu finden. An Kolben und Laufbuchse waren mit bloßem Auge keine Spuren zu finden. Problematisch war es jedoch an betroffenen Kolben den Kolbenbolzen heraus zu bekommen. Kann hier auch Abrieb gelandet sein?

Die Frage nun an alle:

Würde Ihr die Welle nochmal verwenden? Würdet Ihr die Lager an der Seite des betroffen Drehschiebers tauschen?
Was macht man mit dem Gehäuse? Ist ein Planen hier noch möglich? Was macht man mit dem Kolben und dem Kolbenbolzen?

Bilder sprechen meist verständlichere Worte als Menschen:


Gesammtansicht


Betroffener Teil der Welle


Der Unhold


Gehäuse Teil eins


Gehäuse Teil zwei

Vielen Dank für die Anteilnahme und evtl. Tips!

(Bis Pfingsten und MHL soll der Wagen wieder rollen!)

Martin

[Bearbeitet von moccafix (05-05-2010 - 09:43)]

heckman

Beiträge: 8.322
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So verdreckt wie der Schieber und das Gehäuse zwischen den Lagern aussieht, ist der doch mehr als 3500 gelaufen?
Wahrscheinlich ne Banane (unplaner Schieber) eingebaut.
Wenn keine Freßspuren in den Buchsen sind, wieder verwenden.
Welle neu machen sonst russisch Roulette.
Die Schieberfläche im Gehäuse sieht rein optisch nicht allzu schlecht aus.

[Bearbeitet von heckman (05-05-2010 - 09:49)]

Dr Quincy

Beiträge: 449
Registriert am: 26.04.2010


Die Löcher sind noch gar nicht wirklich ausgeleiert. Die DDR-Teile hatten so eine grüne Schutzlackierung. Der auf dem Bild gezeigte sieht aus wie ein Ungarn-Teil. Die hatten so eine braune Schutzlackierung.
Ich hab mal was gelesen, dass das Blech allgemein dünner als bei den DDR-Teilen ist.

http://trabiteile.de/product_info.php/cPath/24_31_35_38/products_id/60

moccafix

Beiträge: 254
Registriert am: 16.01.2004


Der Schieber war bei Einbau grün. Durch das Blitzlicht erscheint selbiger braun.

Die 3500km sind real...

Gedanklich habe ich mich von der Welle noch nicht verabschiedet. Ich werde mal in Freiberg anrufen, ob Herr Müller mal ein Auge drauf werfen könnte...

Martin

Deluxe

Beiträge: 14.007
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Für mich sieht der auf den ersten Blick auch aus wie mehr gelaufen (insbesondere erscheint mir das viel zu viel Ölkohle zu sein für die paar Kilometer) - aber Du weißt das ja besser als wir.

Beim Einbau sollte ein Drehschieber nicht grün sein. Der Schutzlack muß vorher 'runter normalerweise - mit Aceton o.ä.
Ich habe für den 66er Motor einige Schieber in den Händen gehalten und auch zwei krumme aus dem Bestand aussortiert. Selbst wenn sie plan liegend und im Stapel (also schwergewichtig) gelagert werden: es gibt immer wieder Krümmlinge darunter.

War's der Weiße oder der Blaue?

[Bearbeitet von Deluxe (05-05-2010 - 10:51)]

TV P50

Beiträge: 3.959
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Wie soll den ein Drehschieber runterhopsen? Ich würde alles nochmal trocken zusammenbauen (also Welle und Gehäuse) und schauen was die Ursache war. Ich würde spontan vermuten das die Drehschieberstifte nicht weit genug rausgeschaut haben, oder das sie gewandert sind (lose?)

Dann würd ich mal das Gehäuse nachmessen, da ja hier offensichtlich eine sogenannte Welle mit Standardlagern, in einem Gehäuse für eine Walzenlagerwelle war (was ja grundsätzlich geht).

moccafix

Beiträge: 254
Registriert am: 16.01.2004


Gestern Abend war es spät...

Ich habe mir jetzt die Sachlage nochmal bei Tageslicht angeschaut. Ursache war nicht der Drehschieber - er war u.a. Wirkung.

An der vor zwei Jahren in FG gekauften Welle sind zwei Lager (je ein Lager mitte/außen) hin. Alle Bestandteile sind noch im Käfig. Man hört es sozusagen nur beim Drehen (oder ist dies nur durch Spaneintrag der Fall?) Dadurch hatten scheinbar Kurbelwange und Gehäuse Kontakt. In dessen Folge muss der Drehschieber runtergehopst, und die Maschine ging aus.

Nun fragt man sich, wie eine vor zwei Jahren regenerierte und ein 3/4 Jahr mit 3500 km gefahrene Welle zwei Lagerschäden aufweisen kann. Der Fachbetrieb meinte dazu nur, dass die Wellen sich kaputt liegen bzw. stehen. Dies scheint mir ein wenig einfach gehalten. Weder die Liegezeit vor dem Einbau noch die Standzeit des Wagens über den Winter sollte eine regenierte Welle so schnell erledigen?

Sollte ein Fachbetrieb, der so was von seiner regenerierten Welle hört nicht vielleicht sagen, dass dies eigentlich nicht die Norm sein sollte, anstatt zu sagen, das ist normal?

Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich...

@Deluxe: Es war der blaue

Martin

[Bearbeitet von moccafix (05-05-2010 - 15:15)]

Deluxe

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So etwas ausgerechnet aus Freiberg zu hören, wundert mich jetzt doch...

Kaputtliegen - von mir aus - aber nicht in 2, sondern vielleicht in 20 Jahren.

Sollte man dort jetzt auch nicht mehr kaufen können???
Meine 66er-Welle aus FG liegt jetzt ein halbes Jahr (im fertigen Motor). Dezember-regeneriert. Und sie wird dort sicher noch ein weiteres Jahr liegen...

POSTKUGEL

Beiträge: 2.620
Registriert am: 24.04.2002


VORWEG: Was wir hier betreiben ist reine Spekulation. Ob die Welle tatsaechlich der Problemverursacher ist, scheint mir bisher noch nicht plausibel.

Mir kommen da folgende Fragen:

- Sind die Lager wirklich defekt? Laufgeraeusche entstehen sehr wohl bei Oelmangel oder nach Schmutzeintrag (lose Oerlkohle beim Oeffnen des Gehaeuses?). Ggf. sollten die Lager mal gruendlich gereinigt und neu geoelt werden. Gibt es dann immer noch Geraeusche? Die Lager muessen uebrigens leichtes Spiel haben, es sind C3!

- sind die Drehschieberauflageflaechen evtl. schon stark abgenutzt? Ich kann mich erinnern, das bei Oma Helga seinerzeit in Italien auch mal ein Drehschieber vom Zapfen gefallen ist.
@Chris601: Habt ihr die Ursache inzwischen finden koennen?

- war es ein originaler Drehschieber? Die Ungarn haben mal welche nachgebaut, nur war deren Materialstaerke deutlich geringer. In Verbindung mit einem ausgelutschen Gehaeuse koennte das durchaus Probleme machen.

- ist bei der Montage irgend etwas schief gelaufen? Zu viel Dichtmittel auf den Gehaeusehaelften kann dann beim Zusammendruecken durchaus mal auuuf die Laufflaechen der Drehschieber gelangen.

- war der Schieber evtl. schon bei der Montage abgerutscht?

Aber wie schon geschrieben, alles nur Denkansaetze und Spekulation. Bitte seit auf jeden Fall Vorsichtig, dass ihr nicht die falschen Schluesse zieht. Manchmal meint man, es koennte soundso gewesen sein aber in Wirklichkeit...

[Bearbeitet von POSTKUGEL (05-05-2010 - 16:02)]

moccafix

Beiträge: 254
Registriert am: 16.01.2004


@ Poku:

Ich will hier nicht anstiften und spekulieren. Mich ärgert nur die herangehensweise. In FG wurde die Welle kurz angeschaut (ich hatte den Vorgang geschildert) und dann wurde gesagt: Lager kaputt. Ich darauf etwas verwundert, wie dies denn passieren kann. Darauf wurde gesagt, das die Welle ja bereits von 12/2007 wäre und 3500 Kilometer zu wenig Fahrleistung sind sowie das die Liegezeit schuld sei. Es wurde gar nicht angesprochen, dass es ein Montage-, Fahr-, oder Oelfehler sein könnte. Das hat mich ja eigentlich so vor den Kopf gestoßen.

Ich war dann so verdutzt, dass ich eine neue Welle (bereits von 12/09... schon wieder Liegezeit...) gekauft habe und abgezogen bin.

Ich war einfach verärgert. Ich hatte alle Teile mit - man hätte mal etwas genauer nach der Ursache schauen können, um ggf. einen Fehler der Welle auszuschließen. Das war aber scheinbar gar nicht gewollt. Das hat mich geärgert. Nun stehe ich da.

heckman

Beiträge: 8.322
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Ein Lagerschaden ist nie auszuschließen und sollte Kulant geregelt werden.
Montagefehler erkennt man eigentlich.
Und kaputtgelagert ist Quatsch nach der Zeit.
Wenn ich eine Welle kaufe, ist die ausreichend voll Öl.
Läßt sich das schwungradseitige Lager auf dem Stumpf verschieben?

[Bearbeitet von heckman (05-05-2010 - 17:23)]

POSTKUGEL

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Das die Wellen beim Liegen etwas durchhaengen ist zwar richtig (merkt man bei den Wellen in alter Ausfuehrung schoen beim Einpassen der Distanzscheiben), allerdings halte ich "Kaputtgelagert" ebenfalls fuer Unsinn.

Es gibt Wellen, die lagen 30 Jahre auf irgendwelchen Dachboeden herum und laufen anstaendig.

Aber sag mal, hast Du die Lager evtl. "eingeklebt", also die Passflaechen der Hauptlager vor der Montage mit Dichtmittel eingestrichen? Ich mache das zwar auch, allerdings nur hauchduenn!!! Nicht dass das Lager unter Spannung gelaufen ist?

Allerdings erklaeren zwei "angeschlagene" Hauptlager immer noch nicht, weshalb ein Drehgschieber einfach mal so abfaellt. M.E. kann das -Montagefehler ausgeschlossen - nur passieren, wenn die Ausflageflaechen abgenutzt und/oder verbogene und/oder zu duenne Drehschieber zum Einsatz kommen.

Was allerdings bei manchen Kurbelgehaeusen auch ein Problem ist: Nicht immer wuerden die beiden Drehschieberauflageflaechen symetrisch zur Mitte des Kurbelgehaeuses gefraest. Der Versatz ist mitunter erschreckend! Bervor Du den Motor wiedre zusammenbaust, sollte das auf jeden Fall nochmal geprueft werden.

[Bearbeitet von POSTKUGEL (05-05-2010 - 18:35)]

AV P601 deluxe

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Ich weiß jetzt nicht ob die hier angegebenne Adresse eine Namenhafte adresse für regenerierte Trabantkurbelwellen ist oder nicht, aber ich sehe auf dem 2 Bild vom ersten Beitrag eingelaufenne Drehschieberstifte die nach 3500 km nich so aussehen sollten. Da würde es mich nicht wundern wenn da was nicht stimmt. Wie schon angesprochen ist das alles Spekulation hier und ich würde mir nur ein Urteil nach begutachtung der vorliegenden Teile erlauben.
POSTKUGEL

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Ich denke, da siehst Du Gespenster. Einlaufspuren kann ich auf den Fotos (soweit man das bei der Aufloesung ueberhaupt erkennen kann - nicht sehen.

Die Quelle ist nahmhaft und eigentlich i.O. Ich habe bereits mehrere Wellen von dort verbaut und bisher keine Probleme damit gehabt.

Und wie schon geschrieben, spekuliere ich mal, dass nicht die Welle die Ursache des Problems ist.

Fg601

Beiträge: 864
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Der Drehschieber fällt nur runter,wenn die Stifte nicht weit genug rausschauen,oder die DS-Fläche stark abgenutzt ist.Beides erkennt man aber beim Zusammenbau.
Ein schlechter Lufi oder undichter Ansaugtrakt würde den Verschleiß weiter beschleunigen und zu dem Ausfall führen,der Lagerschaden ebenso.
Die Zylinderpaarung wird warscheinlich auch verschlissen sein.Wie aber schon gesagt wurde,ohne zu messen und in den Händen zu haben reine Spekulation.
Freiberg ist scheinbar nicht der beste Anlaufpunkt,wenns um eine Schadensbegutachtung geht.
Das sich Kurbelwellen kaputtliegen halte ich für Unsinn,hake da aber nochmal nach.
standard

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Ich halte das - bei fachgerechter Lagerung und ordentlicher Ölung - auch für völligen Quatsch, bei 2-3 Jahren erst recht. Für einen renomierten Fachbetrieb ist diese Aussage ziemlich armselig...
Ich habe vor rund 3 Jahren z.B. eine zu DDR-Zeiten selbst ausgebaute Gebrauchtwelle mit etwa 5-7tkm Laufleistung eingebaut. Diese hatte ich seinerzeit mit (bösem ) Ostöl eingejaucht und im originalen KW-Beutel in Vaters Garage ins Regal gelegt. Und genau so eben gut und gerne 22 Jahre später hervorgeholt und eingebaut - ohne jegliches Problem und mittlerweile schon wieder rund 15tkm gelaufen.
Das Drehschieberproblem kann m.E. auch nur durch eine ungünstige Paarung - kurze Stifte und etwas eingelaufene Gehäusefläche - zustande gekommen sein.
Zwerg Isidor

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Spekulationen und Selbstdarstellungen mit fragwürdiger Kompetenz füllen mittlerweise dieses Forum,mit einem WHIMS und sachlicher Einschätzung ist vielen Trabi Besitzern mehr geholfen als euer selbstherrliches Geschwätz.Hauptsache dass ich nicht vergesst dass die IFA und der VEB Sachsenring tot ist und dass seit 20 Jahren.
Lebt euer Leben im gestern,Tatsache ist:Es kommt nicht wieder !!
moccafix

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Nuja, Zwerg Isolator spricht

Ich werde morgen nochmal ein paar Bilder anfertigen und alles nochmal bei Tageslicht nebeneinander legen...

Um noch mehr zu spekulieren... Der Fahrer des oben genannten, liegengebliebenen Fahrzeuges hat (trotz Warnung) einmalig an einer Gemischsäule getankt. Das ganze war genau 102 Kilometer vor dem Vorfall. Bei der Demontage kamen mir die Laufflächen recht trocken vor... Vielleicht hat Oel im Gemisch gefehlt? Es sind jedoch Spekulationen. Wer könnte das Benzin auf den Oelgehalt analysieren?

Martin

standard

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Ein spezialisiertes Labor z.B.... Ganz grob läßt sich das Vorhandensein von Öl im Gemisch in einer flachen Schale ermitteln, in die man etwas von dem Kraftstoff gibt. Das Benzin verflüchtigt sich allmählich - ein Ölfilm sollte zurückbleiben. Ebenso ein Ölfleck, wenn man einie Tropfen des "Gemischs" auf eine Pappe gibt. - Beide Methoden taugen natürlich NICHT dazu, ein Mischungsverhältnis zu bestimmen.
Daß der obenstehende Drehschieberschaden auf Ölmangel zurückzuführen sein könnte, halte ich allerdings für mehr als unwahrscheinlich.

Daß Zwerge zu einer gewissen Bösartigkeit neigen können, ist ja eine uralte Binsenweisheit...

TV P50

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Wenn wirklich deutlich zuwenig Öl im Sprit war, also Mischungen die an 1:1000, noch weniger oder garkein Öl gehen, dann reichen 102km aus um die Lager zu entschärfen, gerade wenn Autobahn und höhere Drehzahlen dabei waren.

Ich habs selber auch erlebt und da kam das Lager, bei Fahren mit blankem Sprit (auch aus einer Gemischsäule!), schon nach gut 60km.....Motorschaden.

Dr Quincy

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Stimmt, die DS werden vorher glatt gemacht. Hab ich nicht mehr dran gedacht.
Das sich eine Welle "kaputtliegt" oder "kaputtsteht", kann ich mir auch nicht vorstellen. Ich habe einen Motor vom 1985 etwa 70.000 km ohne Probleme gefahren, der 1990 nach etwa 10.000 km ausgebaut wurde und in der Scheune gelandet ist. Trocken natürlich und mit Öl konserviert. Die müssen ja dann auch im Betrieb was aushalten, also finde ich diese Aussage von dem Unternehmen sehr windig.
Chris601

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TV: 60/100km komplett ohne Öl sind möglich? und dann kommen KW-Lager vor den Kolben/Zylindern?
Das hätte ich nicht gedacht. Bei blankem Sprit häte ich deutlich früher zuerst einen Kolbenfresser erwartet.
TV P50

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Nunja, ich habs damals nicht analysieren lassen. Ob garkein Öl drin war, kann ich nicht genau sagen. Zuwenig wars auf jeden Fall. der Motor war nicht neu. Die Zylinderpaarung gut 60tkm gelaufen.

Die Diskussion gabs aber schon mal und raus kam, dass mehr oder weniger, es vom allg. Zustand des Motors abhängt, was zuerst kaputt geht.

Und wenn hier deutlich zu wenig oder garkein Schmieröl im Benzin war, so ist der Freiberger Motorenbauer raus, dafür kann er nichts und die Welle auch nicht.

Deluxe

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Dennoch muß man sich über die Reaktion dieser Firma doch sehr wundern.

Ich halte moccafix ja für absolut integer was seine Widergabe des Gespräches betrifft - weshalb ich doch reichlich verwundert bin.

Allerdings kann es ja auch durchaus sein, daß bei Fa. Müller häufiger irgendwelche "Kurbelwellenschäden" reklamiert werden, die in Wahrheit das Ergebnis von wilden Misch-Experimenten von vermeintlich fortschrittlichen Trabant-Exbärden sind. Man weiß es ja nicht...und irgendwann wird man als Anbieter da evtl. auch sensibel.

Mir hat man im Dezember jedenfalls vor Ort beim Kauf der neuen Welle gesagt:
Wenn 'was ist - bringen Sie die Welle wieder her. Wir schauen sie uns an und sehen ganz genau, ob es an mangelnder Schmierung liegt oder an Materialfehlern. In zugekauften Lagern steckt man letztlich nicht drin.

Das halte ich im Rahmen der Möglichkeiten eines solchen Kleinbetriebes für seriös.

Und als Ergänzung:
Die Fa. Metallbearbeitung Horst Müller in Freiberg hat nach dem Auslaufen der P601-Motorenproduktion vom VEB Barkaswerke KMSt als Motorenhersteller per März 1991 den alleinigen Fortführungsauftrag von P601-Kurbelwellen erhalten. Nachzulesen in den SRI 02/1991. Das notwendige KnowHow muß somit unterstellt werden...

Dr Quincy

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@Chris601: Ich würde das jetzt nicht unbedingt ausprobieren.

Die Firma hat den alleinigen Auftrag? Wusste ich auch noch nicht.
Bei mangelnder Schmierung gehen doch eigentlich erst mal die unteren Pleuellager fest, so weit wie ich das weiß. Die Drehschieber springen meist wegen verjüngten Stiften oder Monatgefehlern von der Welle oder täusche ich mich da?

TV P50

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Also schaut auf die Bilder, nachdem was hier an Zusatzinfos kommt. Einen ähnlichen Schaden hatte ich letztens auch bei einem "Kundenfahrzeug".

Wenn es hier einen Lagerschaden gab, so wird etwas vom Käfig zwischen Drehschieber und Welle gekommen sein, was den DS quasi von den Stiften runter gedrückt hat. Man sieht ja deutlich die Schleifspur im DS auf dem Bild und die sieht auch relativ tief aus.

Wenn er sagt die Lager sind kaputt, warum sei dahingestellt, so wird es schon so gewesen sein, das ein Fremdkörper den DS vom Stift gedrückt hat.

Und nochmal, was bei Ölmangel zuerst kaputt geht, muß nicht immer gleich sein, dass kann sowohl ein Pleuel-, als auch ein Hauptlager sein, oder er kann auch fressen.

moccafix

Beiträge: 254
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Nach erneutem Nebeneinanderlegen (defekte Welle bzw. neue Welle im Gehäuse) ergibt es sich wie folgt:

Die defekte Welle ist durch ein für mich nicht näher erklennbaren Umstand etwas in Richtung Keilriehmscheibe gewandert. Dadurch hatte der Drehschieber Platz "herunter zu springen".
Legt man die neue Welle in das Gehäuse liegt diese bezüglich Gehäusekanten Keilriehmenscheibenseite bzw. Schwungradseite mittig. Lege ich die alte Welle ein, ist schwungradseitig ca. 2-3 mm mehr Luft, welche Keilriehmenscheibenseitig fehlen. Dadurch ist dort die Kurbelwange bzw. ein Teil davon am Gehäuse angelaufen und hat Abbrieb erzeugt (siehe Bild). Nun kann z.B. dadurch das keilriehmenscheibenseitige Lager einen Defekt erlitten haben. Wir erklärt sich jedoch der Defekt eines der beiden Mittellager und des schwungradseitigen Lagers?

Ich würde gern einen Montagefehler ausschließen oder erkennen, weil ich mich sonst nicht mehr rantraue. Davon abgesehen habe ich neben diesem Motor bereits zwei weitere, ebenfalls aus "Neuteilen" zusammengebaut, bei welchen es bis heute keine Probleme gibt. Dichtflächen am Gehäuse waren gereinigt und wurden dünn mit Dichtmittel bestrichen, die Lagersitze wurden nicht geklebt bzw. gestrichen und die Drehschieber wurden vor Einbau gereinigt und von Farbe befreit. Der Einbau der Welle ins Gehäuse erfolgte unter dem Vieraugenprinzip.

Ich möchte auch keine negativen Meldungen über den Regenerierbetrieb verbreiten - ich möchte den Vorfall nur gern verstehen und wenn der Regenerierbetrieb daran kein Interesse hat, dann muss ich mir hier weiter helfen.

Ob Oel im Gemisch der Tanksäule gefehlt hat ist auch nur Spekulation - man müsste es analysieren. Passen könnte es. Ist bekannt welche Labore so etwas anbieten und zu welchem Preis?

Hier noch ein paar Bilder:


Hinten im Bild die Anlaufstelle der KW am Gehäuse



Der "Anläufer"


Deutlich weniger Platz zwischen Gehäuse und Wange als auf der anderen Seite

Martin

[Bearbeitet von moccafix (06-05-2010 - 22:24)]

heckman

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Registriert am: 06.02.2005


Da haben sich wohl doch Lager verschoben, wie schon gesagt/gefragt
An der Isolatorkerze lags sicher nicht...
Lager klebt man immer ein.
WW Trabi

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Registriert am: 23.12.2001


Lager verschieben sich aber nich von selbst.
Möchte nicht so viel über die Ursache dieses Maschinentod mitspekulieren, da gibts Leute mit mehr Erfahrung hier.
Vielleicht mal Gehäuse nachmessen oder vermackte KW im Rahmen der Möglichkeiten auf Verzug messen. Nur mal als Beispiel, wenn die Welle von der Werkbank fällt, kann die Verzug bekommen, die Lager versuchen einige Km/Zeit auszugleichen, die Sache läuft einfach nicht rund.
Eine Erfahrung mit Ölmangel:
Beim Kumpel Motor mit KW 45 TKm, neue Schliffzylinder/Übermaßkolben, einige Tage später Anruf, läuft auf einen Topf und geht wenig später aus, nach Tanken keine 10 Km Laufleistung. Klassischer Klemmer halt. Erste Suche, die neuen Kerzen hatten blaue Anlauffarbe - Überhitzung- Recherche Ölflasche - 1:200 getankt.

[Bearbeitet von WW Trabi (07-05-2010 - 01:34)]

Zwerg Isidor

Beiträge: 51
Registriert am: 02.06.2003


Wer klebt Lager ein ?
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