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Autor Thema: Knallen & Ruckeln bei Last
Des

Beiträge: 4
Registriert am: 07.11.2011


Hallo Trabant-Gemeinde!

Ich stehe nun auch vor einem Problem, das ich selbst nicht so leicht lösen kann und brauche daher Rat von Leuten mit Trabbi-Erfahrung:
Ich habe seit ein paar hundert Kilometern ein immer häufiger werdendes "Knallen". Es hört sich irgendwie nach einem Schlag an und genau in dem Moment kommt auch kurzzeitig keine Leistung mehr. Danach ist mindestens 2-3 sec alles i.O. danach tritt es wieder auf. (Klingeln? Fehlzündung?) Zu Beginn trat das Problem nur bei Geschwindigkeiten ~100km/h und Vollgas auf, relativ bald auch bei geringeren Geschwindigkeiten und Vollgas am Berg, im Leerlauf auch bei hohen Drehzahlen nicht. Das Problem ist also eher Leistungs- als Drehzahlabhängig, daher schließe ich Teile der Fliehkraft-Zündverstellung aus. Bisher ließ sich das Knallen vermeiden, indem ich einfach nur 3/4 des Gasbedals nutzte.
Mittlerweile bin ich bei einem Stadium angelangt, bei dem der Fehler auch bei immer weniger Gas auftritt. Fahren >50km/h ist somit quasi nicht mehr möglich.
Zündkerzen sind rußig, bisschen verölt. Beim Entfernen des Luftfilters und Abdecken des Luftansaugstutzens, geht der Motor im Leerlauf aus (keine Falschluft?), das Knallen lässt sich aber trotzdem durch (durchaus weit) gezogenem Choke deutlich verringern (doch Falschluft?).

Soweit zum Problem, folgendes habe ich in letzer Zeit am Trabbi gemacht und hat nichts genützt:

Vergaser ab, alle Düsen gereinigt, Kraftstoffhöhe kontrolliert.
Rechter Zylinder: undichte Kopfdichtung gewechselt

Der Motor sifft leider auch noch hinten aus der rechten Fußdichtung (von vorn ist alles trocken), ich werde die wohl auch noch tauschen müssen. Ansonsten hängt ein bisschen Siff am Austritt der Kurbelwelle aus dem Motor, es ist aber kaum feucht. Ich schätze daher mal, das das normal ist.

Habt ihr Ideen? Kann eine leicht undichte Fußdichtung wirklich so große Probleme verursachen?

Zur Information: Baujahr 01/1984, also:
Unterbrecherzündung, 12V, 28H1-1

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Fehlzündungen.

Also erstmal die Fuß- und Kopfdichtungen paarweise wechseln, damit alles dicht ist. Nicht einzeln - sonst fängt man nach kurzer Zeit ggf. wieder an.

Dabei gleich mal die Kolbenböden und die Zylinderköpfe von Ölkohle befreien.

Kerzen auf richtigen Wärmewert prüfen: 225 ist gefordert.

Danach Zündung gründlich einstellen: Unterbrecher-Kontaktabstand, Zündzeitpunkt. Entweder statisch - dann aber mit Einstelluhr und nicht mit irgendwelchen Linealen an den Markierungen, das gibt immer große Ungenauigkeiten. Oder dynamisch - Stroboskopvariante.
Ich muß zugeben: ich stelle immer nur statisch mit Uhr ein - Klingeln und sonstige Zündprobleme kenne ich trotzdem seit vielen Jahren nicht mehr - quer durch alle Baujahre und Zündungsvarianten.

Probefahrt - Zündung ggf. nachjustieren. Am Vergaser liegen solche Sachen fast nie.

Übrigens interessantes Baujahr - nahezu alle ausgestorben oder umgerüstet. 12V mit Unterbrechern, schmaler B-Säule und Scharniergelenkwelle - eigentlich müßtest Du auch noch den 4-1er Vergaser drin haben.

[Bearbeitet von Deluxe (07-11-2011 - 15:16)]

Des

Beiträge: 4
Registriert am: 07.11.2011


"Dabei gleich mal die Kolbenböden und die Zylinderköpfe von Ölkohle befreien."

Ich habe einen Zylinderkopf schon abgehabt und hatte genau damit ein Problem. Wie mache ich das am Besten ohne was kaputt zu machen?

Zum Problem: Ich hatte Zündprobleme eig für unwahrscheinlich gehalten, da das Problem mit gezogenem Choke weniger wird. Vielleicht sollte man sich mal nen 2. Vergaser organisieren um Probleme mit diesem eindeutig ausschließen zu können.

Naja, ich werde bei Gelegenheit mal die Zündeinstellung überprüfen, muss mir nur erst wieder ne Messuhr organisieren. Mal sehen...

Achso...zum Baujahr...ich habe interessanterweise an meiner Karosserie schon die Löcher für die KMVA, aber verbaut ist (trotz S) nichts, offenbar ist das genau während der Umstellung gewesen.

[Bearbeitet von Des (07-11-2011 - 18:39)]

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Jepp, denn die KMVA hat mit S nix zu tun, die hatten alle Ausführungen - Standard, S nd Luxus.

Ich tippe nach wie vor auf Zündung - mit gezogenem Choke fettest Du das Gemisch an und senkst dadurch auch die Temperatur im Brennraum. Klingelmotoren werden bergwärts auch gern mit leicht gezogenem Choke gefahren, um das Klingeln dadurch zu reduzieren. Ursache ist aber dennoch - wie fast immer - die Zündung.

Überhaupt werden die Vergaser oft zu Unrecht gewechselt oder erst richtig kaputtgestellt. Eigentlich sind sie gar nicht so störanfällig wie viele glauben - die Zünderei ist da viel öfter dran.

Fg601

Beiträge: 864
Registriert am: 23.05.2003


Ok,ich sage das Gegenteil,es liegt an der Benzinzufuhr/HD.Wieviel Benzin läuft in 1Minute durch das SNV bei max. halb vollen Tank?Hast Du den Zerstäuber abgehabt?
Wie sieht die Abgasanlage aus,zugekokt?


Es könnte aber auch an der Zündung liegen.

[Bearbeitet von Fg601 (07-11-2011 - 20:39)]

Des

Beiträge: 4
Registriert am: 07.11.2011


Naja...ich kann zur Zeit halt nicht richtig fahren, Abgasanlage ist richtig siffig (Ich schätze aber mal, das liegt daran, dass der gute in letzter Zeit nie richtig warm gefahren wurde.)
Qualmwolke beim Anstellen war nie so schlimm wie zur Zeit und es kommt an allen Verbindungen des Abgasstrangs flatschenartig schwarzes öliges dickflüssiges Zeug raus.
Bis zum Schwimmernadelventil ist alles in Ordnung, das hatte ich geprüft. Ich bin bei leerem Tank weit über dem iwo im Internet gefundenen Grenzwert von 0,25l/min (es fließt eher das 4-fache).

Was ich noch nicht so richtig verstehe ist, warum ein gezogener Choke (fetteres Gemisch & Temperatur im Brennraum wird verringert) bei Zündproblemen helfen soll.

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Hilft ja nicht - reduziert nur die Symptome, also die Klingelneigung unter Last.
War nur vorhin als Beispiel gedacht...hat mit Deinem Fall nix zu tun.

Ich vermute, zusätzlich zu einer völlig verstellten Zündung hast Du auch noch zuviel Öl im Sprit. Ölig-siffiges Zeug läuft normalerweise nirgendwo 'raus.

Gegen die Ölkohle hilft ein Plasteschaber oder eine Messingdrahtbürste, vorzugsweise eine, die man in den Akkuschrauber spannt. Damit läßt sich das säubern ohne Riefen zu erzeugen.

Fg601

Beiträge: 864
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"Bis zum Schwimmernadelventil ist alles in Ordnung, das hatte ich geprüft. Ich bin bei leerem Tank weit über dem iwo im Internet gefundenen Grenzwert von 0,25l/min (es fließt eher das 4-fache)."
Aus dieser Aussage entnehme ich,daß Du es nicht gemessen sondern geschätzt hast.Das 4fache wären 1l/Min und das glaube ich nun überhaupt nicht,und bei leeren Tank erst recht nicht!!
Wenn Du dir keine Mühe gibst,dann bleibst Du eventl. mit deinen Problem allein!!
Bevor Du jetzt irgendwas schreibst,beantworte bitte die gestellten Fragen gewissenhaft.
 

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