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Autor Thema: Republikgeburtstag in Hermsdorf 7.10.2006
Romylein

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Wer Lust und Laune hat, kann gern am 7.10. nach Hermsdorf kommen.
Direkt am Hermsdorfer Kreuz im Herzen der Republik wird der "wahre" Feiertag begangen.
Also wer gern zum Geburtstag der Deutschen Demokratischen Republik nicht allein zu Haus bei einen Glas Sekt sitzen mag....kommt einfach vorbei

Einlaß 19Uhr

weitere ProgrammPunkt folgen

HUGOzwei

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gibs schon was neues???
Frankenstein

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gibs ne adresse und sonst irgendwelche daten?

JL

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Bitte ein Paar Infos, habe bei einigen Leuten Interesse geweckt!
MTLE

Beiträge: 214
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aus der Pressemitteilung:

Was war denn gleich noch am 7. Oktober? - Richtig, der Tag der Republik.
1949 setzte in Ost-Berlin die Provisorische Volkskammer die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik in Kraft und vollzog damit die Gründung der DDR.

Anlässlich des 57. Jahrestages dieses Ereignisses werden Sie recht herzlich zu einer Ostalgie-Party in den Rathaussaal Hermsdorf eingeladen. Damit die Festveranstaltung pünktlich 20.00 Uhr beginnen kann, werden ab 19.00 Uhr die Türen geöffnet. Im Anschluss an den Festakt bittet der „Schallplattenunterhalter“ Steffen Studenik, der hauptberuflich Spezialitäten aus den neuen Bundesländern per Internet vertreibt, zum Tanz mit Musik von damals. Ihr Wissen von Früher können Sie im DDR-Quiz testen. Für den Besten, der am späten Abend ermittelt wird, winkt ein Präsent von der Kaufhalle des Ostens. Die ein oder andere Überraschung ist für diesen Abend in Planung, wird aber noch nicht verraten.

Wer jetzt beim Durchstöbern seines Kleiderschrankes ein Halstuch, FDJ-Hemd oder ähnliches findet, ist in diesem Outfit willkommen. Auch die gute alte Dederon-Schürze ist nicht ausgeschlossen. Vielleicht kann man ja auch damit einen Blumentopf gewinnen.

Für ostalgische Speisen und Getränke ist gesorgt. Holger´s Bergstübl bietet u. a. Soljanka, Vita Cola und Rotkäppchen Sekt. Weitere ostdeutsche Köstlichkeiten vervollständigen das Angebot. An einem Stand können Ost-Souvenirs erworben werden, z. B. T-Shirts, Kugelschreiber, Pittiplatsch und seine Freunde u. v. m. Kommen Sie und staunen Sie.

Und dann gab es noch ein wichtiges historisches Ereignis an diesem Tag. Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde Hermsdorf 1969 das Stadtrecht verliehen. Im Jahr der 750-Jahr-Feier sollte man solch ein Geschehen mit berücksichtigen.

Wie Sie sehen, gibt es mehrere Gründe an diesem Tag zusammenzukommen und zu feiern. Mit einem Beitrag von 5,- Euro pro Person können Sie an dieser Veranstaltung teilnehmen. Um sich einen Platz zu sichern, können die Karten bereits vorher per Telefon (036601 938664), per FAX (036601 938663) oder per E-Mail (service@kaufhalle-des-ostens.de) käuflich erworben werden. Selbstverständlich sind auch an der Abendkasse Eintrittskarten erhältlich.
Auftretende Fragen zur Veranstaltung können auch auf diesem Weg geklärt werden.


Veranstalter:
Kaufhalle des Ostens
Steffen Studenik
Hermann-Danz-Str. 2
07629 Hermsdorf
www.kaufhalle-des-ostens.de

Anne

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Und ich hab Klassentreffen
HUGOzwei

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sooo, nachdem wir nun die details wissen... die frage: wer fährt dahin???
Anne

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Also die Pippi ist auf jeden Fall dort...
Frankenstein

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also das klingt ganz gut. aber bei mir hängts vom fahrer ab. schade nur das es erst so spät anfängt. die hinfahrt dauert och noch ma 2 std. somit sieht das sehr eng aus

JL

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Ich werd auch mit wahrscheinlich mit noch zwei Leipzigern( eine ist nur zugereist) auftauchen
HUGOzwei

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JL: na da kannst mich auch gleich noch abholen
Allwissend

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Na JL dann musste Dich aber ganz schön ranhalten mit der Hinterachse und dem Rest.
Wir fahren nur , wenn das Auto läuft.
Romylein

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das Rathaus ist ausgeschildert ) und wenns Probleme gibt 0171 2806011 bin immer erreichbar
standard

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Na dann viel Spaß und feiert schön heute Abend!
Zum 50. war ich seinerzeit mal zu ´ner zünftigen Ostalgie-Party - mit Einlaßkontrolle, amtssächselnden ABV, Zwangsumtausch, Essenmarken (3 Wahlessen! ) und vor allem: ostgermanischen Preisen für alles! Das hat Laune gemacht damals - und ich bin wohl als einziger stilecht im Trabi vorgefahren.
HUGOzwei

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bilder auf www.trabi-hugo.de
Anne

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Meine bilder gibts hier
www.ampelfrau.net
Chris601

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gestattet mir aufgrund der "aufgeräumten", unkommentierten Bilder mal ne Frage:

Viel war nich los, oder?

Anne

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Naja, es hielt sich alles in Grenzen
stumpenraucher

Beiträge: 17
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grenzen ist das richtige thema.

mal ne politische frage:
ich bin zwar kommunist und stehe dem sozialistischem "gesellschaftssystem" sehr nahe, aber muss man diesen tag feierlich begehen?

wenn ich mich mit freunden und bekannten unterhalte die aus der ehemals sowjetisch besetzten zone kommen oder dort immer noch leben, höre ich was anderes als ein solches system noch mit einem jahrestag zu ehren. *wunder*


lg
olaf


ps.
zur erklärung:
ich bin im westen geboren, und werde wenn alles gut geht (umzug nach rügen wenn die rente durch ist) im osten sterben!

trabi

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mag sein das das leben in der sbz nicht so toll war. aber soweit ich mich erinnere ist die bundesrepublik deutschland zu zeiten in denen es die sbz gab auch noch weeeiiiit vom aufschwung entfernt gewesen...

tststs.. wir wollen historisch schon korrekt bleiben - auch, und gerade weil, springers "gänsefüßchenland" eben doch ein annerkanntes staatsgebilde war. geltendes völkerrecht ist schlecht zu ignorieren. (ob das ganze nun im engeren sinne gut oder schlecht war möge jeder für sich selbst entscheiden).

*statementmodusan*

ich habe mich in der deutschen demokratischen republik wohlgefühlt.

*statementmodusaus*


ansonsten darf man auch nicht alles sooo wahsinnig ernst nehmen - aber es gibt leute die können das nicht

ps: stumpenraucher, DICH meine ich mit leuten die alles zu ernst nehmen müssen nicht! ich weiß das du locker drauf bist *gg*

[Bearbeitet von trabi (12-10-2006 - 16:43)]

stumpenraucher

Beiträge: 17
Registriert am: 08.10.2006


ääähää... *hüstel*
der aufschwung ist von der brd sozusagen "erfunden" worden.
schon klar das wir hier von den imperialisten alles in den arsch geschoben bekommen haben damit wir denen den bösen russen von der pelle halten. (bundeswehr, stationierung von soldaten/raketen)
aber um wirtschaft geht es ja nicht.

genau das was du angesprochen hast, "hier" konnte und kann man seine fresse aufreissen, ohne das man fürchten muss das es ab in den bau geht.
die bildzeitung wäre gleich nach erscheinen der ersten ausgabe dicht gemacht worden. also wenn die aus dem osten gekommen wäre.
quatsch, da hätten schon vorab irgendwelche aparatschiks zensur ausgeübt.
ich finde so sachen wie meinungsfreiheit, freiheit zu tun und zu lassen was man will (auch wenn ich das resultat daraus nicht immer gutheisse) sehr wichtig.
das wird leider immer wieder vergessen.

klaro hat es auch errungeschaften gegeben die erhaltenwert sind, aber unter dem strich war das eine schreckliche diktatur mit allen konsequenzen die damit zusammenhängen.

wie gesagt, ich kenne nur leute die sich eher unwohl gefühlt haben.
kind entzogen, und in den bau wg. versuchter republikflucht! (das man überhaupt flüchten muss ist schon kacke)

privater bauer mit repressalien überzogen bis zum geht nicht mehr, weil es sich in berlin über die gemeindeverwaltung beschwert hat.
der mann hat nur seine kläglichen rechte eingefordert.

eine freundin durfte nicht studieren weil sie sich nicht dem system untergeordnet hat.

arbeitslosigkeit, nee die gab es ja nicht, dann also einsatzänderung weil ein bekannter wärend einer bertiebsversammlung eine (bis zur zweiten ist er gar nicht mehr gekommen) kritische frage gestellt hat.
so wird man vom ingenieur zum hilsfarbeiter.
usw. usw.

und jetzt komm mir nicht mit dem radikalenerlass von anno "ich weiss nicht wann"

ich kann mich gut erinneren als ich anfang der 80er mit dem auto nach berlin gefahren bin. die grenzkontrollen jagen mir heute noch einen schauer über den rücken.
das war doch alles nicht normal!!!

ich fände es gut wenn sowas auch nicht vergessen wird.

ich mache kein geheimnis daraus, dass ich meinen fritz mit ner hand voll ostgeld und einer FDGB-zeitung auf der heckablage verschöner. das hat sowas exotisches.
aber jahrestag feiern!? nee!

ich sehe schon, du kommst ja aus greifswald und wenn meine frau und ich dann endlich im jahre 2028 im plattenbau in binz wohnen, komme ich dich besuchen und wir diskutieren das mal aus!

setz schon mal den BOHNENKAFFEE aus dem WESTpaket von deiner verwandtschaft auf. ich bring dann die KARLSBADER OBLATEN aus dem OSTpaket von meinen freunden mit.
die 22 jahre sind schneller um als man glaubt!

lg
olaf

trabi

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standard

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Zitat "Stumpi" ( ) :
"...das war doch alles nicht normal!!!"

- Aus heutiger Sicht sicherlich nicht...Aber damals, zu Zeiten des "kalten Krieges"?
Da gab es auf BEIDEN Seiten/in beiden Systemen ´ne Menge Sachén, die nicht normal waren...

Thema Aufschwung: Das eigentliche WirtschaftsWUNDER hat nicht in der damaligen BRD, sondern in der DDR stattgefunden! Es war nämlich ein schieres Wunder, daß die ostgermanische Wirtschaft unter den um Lichtjahre schlechteren Ausgangsbedingungen (enorme Reparationsleistungen statt Marshallplan) überhaupt halbwegs wieder in die Gänge kam...
Es verlangt keiner von Dir als "Wessi" oder von Deinen Bekannten mit den genannten Negativ-Erfahrungen (deren Vorkommen niemand bestreiten will!) , daß sie sich am 7.10. hinsetzen und "die Sau rauslassen"!
Aber man sollte denen, die derartig negative Eindrücke seinerzeit nicht sammeln mußten und auch damals ihr halbwegs gutes Auskommen hatten, einen leicht ostalgisch getrübten Blick zurück nicht allzu übel nehmen.
Der Trabi hat es schon ganz richtig angedeutet: man darf daß auch auf keinen Fall bierernst sehen, ich sehe solche Veranstaltungen auch eher augenzwinkernd und hisse keine Fahne an jedem 7.10. ...
Der Mensch erinnert sich halt gerne (und darum überwiegend) an die schönen Erlebnisse...

[Bearbeitet von standard (12-10-2006 - 20:23)]

Beppo

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Registriert am: 01.10.2000


@standard - ey, die Abkürzung Stumpi wollte ich grade erfinden!

Ansonsten schließe ich mich den Ausführungen meines Vorredners an und möchte ergänzen:
Einen bedeutenden Geburtstag feiert man auch, wenn der zu Feiernde bereits gestorben ist.

@Stumpi - du kennst vermutlich andere Leute als ich, denn ich bekomme oft zu hören: "Früher (in der DDR) wars schon schlimm, aber jetzt ist es noch schlimmer."

Deluxe

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Das Problem ist, daß der "gemeine Wessi" immer nur mit Horrorgeschichten gefüttert wurde. Nicht zuletzt von den Leuten, die einstmals die Gänsefüßchen gesetzt haben.
Und außerdem kam der "gemeine Wessi" im Westen auch natürlich zum größten Teil mit Ostlern zusammen, die auf etwas unkonventionellen Wegen in die BRD gekommen waren. Natürlich kennt man dann nur eine Reihe von Extremfällen à la Republikflüchtlinge & Co.

@Stumpi:
MÜSSEN mußte niemand - schon gar nicht flüchten. Eine erschreckende Mehrheit hat das rückblickend aus niederen Beweggründen getan, will ich mal meinen. Nicht um die Freiheit ging es, die heute so gern als Grund hingestellt wird. Für viele gings am Ende doch nur um Bananen, Golf und Mallorca.

Das ist natürlich übertrieben, überspitzt dargestellt. Aber wenn die Abhauer ehrlich sind, dann trifft es eben leider allzuoft doch zu. Der Anteil derer, die tatsächlich unterdrückt, politisch verfolgt und gedemütigt wurden im Osten, ist am Ende relativ gering.
Nur:
Heutzutage ist jeder Bericht, jede Dokumentation ideologisch gefärbt. Da werden natürlich die interessantesten Fälle, die spektakulärsten Opfergeschichten bemüht. Und die sehen dann aus, als wären sie Sinnbild für 99% aller "Fluchten". Otto-Normal-Ausreiseantragssteller fragt niemand. Umso mehr dafür sogenante "Bürgerrechtler" (die bärtigen mit den Nickelbrillen ), Prominente "Opfer" wie Biermann undundund.

Ein Großteil der "Flüchtlinge", also derer, die abhauten, alles und jeden im Stich ließen, hatte mit Sicherheit keinen echten Grund. Ich kenne selber Leute, die 1983 abgehauen sind. Mit Anfang 50. Sie besaßen: Naubauwohnung, Wartburg, Wochenendhaus und Arbeitsstellen mit guter Bezahlung. Der Grund war am Ende ein Bruder/Schwager mit eigener Fabrik im Schwäbischen. Weil sie dachten, es gäbe noch mehr rauszuholen aus diesem Leben. Zu guter Letzt war die ganze Bande aufs Schlimmste zerstritten und heute ärgern sich die (mittlerweile) alten Leute zu Dreck, daß sie dort nicht mehr wegkommen und daß sie jemals 'rübergegangen sind.
Tja - mehr als essen, trinken, wohnen, Urlaub machen und Autofahren kannste eben nicht - auch nicht im ach so "goldenen Westen".

Wenn ich auch noch Kind war zur Wende, aber soviel wage ich zu beurteilen:
Es sind die, die den Medienrummel um ihre Person nutzen, die noch heute für ein völlig falsches Bild der damaligen Situation sorgen. Wer glaubt, daß sich jeder der zuletzt 14 Millionen DDR-Bürger permanent verfolgt gefühlt hat, daß jeder der 14 Millionen ständig Fluchtgedanken gehegt hat, der irrt sich gewaltig...

Außerdem darf man das Augenzwinkern eben nicht übersehen oder ignorieren. Ich habe z.B. am 7.10. den Tag mit dem Abspielen der Nationalhymne der Deutschen Demokratischen Republik in 2 Fassungen (instrumental und vokal) begonnen. Wie jedes Jahr. Die Familie hat geschmunzelt, wir hatten unsern Spaß und gut war's. Wenn sowas schon unsere sogenannte "westliche Demokratie" gefährdet, dann ist's mit selbiger nicht mehr weit her, fürchte ich.

P.S.:
@Stumpi:
Mit korrekter Groß- und Kleinschreibung sowie regelgerechter Interpunktion würden sich Deine Beiträge besser und angenehmer lesen. Tippfehler mal ausgenommen. Lang sind sie - wie meine...

[Bearbeitet von Deluxe (12-10-2006 - 21:31)]

stumpenraucher

Beiträge: 17
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naja das alles abgebaut wurde, hat ja auch was mit den "heissgeliebten" besatzer zu tun.
man sollte sich nichts vor machen, ohne "den russen" lief nicht wirklich wichtiges in der ehemaligen sbz.
keine frage, ich nehme das nicht soooo ernst, ist ja schön wenn sich die leute dran erfreuen können und gute erinnerungen haben.

war ja auch nur ne frage ob man das feiern muss!

ich bin da eher für ne feier mit kurzem gedanken und gedenken an die opfer.
denn eins steht für mich fest, die idee DDR war gut.
die von moskau gelenkte durchführung, war denkbar schlecht.

@beppo
auch wenn es den leuten schlechter geht als zu ddr-zeiten, haben sie die möglichkeit, sich auf die stasse zu stellen und das lautstark kund zu tun.
davon wird es ohne zweifel nicht besser, aber es ist für mich persönlich eine wichtige sache nahezu alles (vor allem politisches) überall sagen zu können.

das ging in der ddr vielleicht auch im kleinen kreis, vielleicht auch noch in einem dorf aber nicht auf der einer stadt wo nicht mehr jeder jeden kennt.

mein opa musste für seine kommunistische überzeugung in den 30ern ins kz.
er war immer gegen das system in der ddr das eine wirkliche meinungsfreiheit nicht erlaubte.
das hat mich sicherlich auch geprägt.


@deluxe
du unterschätzt mich. ich würde mir kein urteil erlauben wenn ich die fakten aus der springerpresse hätte.
sämtliche produkte dieser hetzergemeinchaft sind schon seit ewiger zeit in unserer familie boykotiert worden.
ich habe auch nicht den ganzen tag das zdf-magazin mit gerhard löwenthal gesehen. kennst du vermutlich nicht wenn du die wiedervereinigung als kind erlebt hast.

ich sage nur was ich erlebe und mitbekomme.
anfänglich sicherlich nur von republikflüchtlichen nach grenzöffnung regelmässig von "einheimischen".
ich quatsche gerne mit leuten.

wenn freiheit für dich kein grund ist, dann hast du nicht verstanden was freiheit bedeutet.
kannst du auch nicht, denn du hast es ja nicht mitbekommen wie das gegenteil ist.
ich kann mir wiederum schlecht vorstellen keine freiheit zu haben.
und das ist keine frage des geldes!

ich habe im rahmen meiner ehrenamtlichen zeit beim roten kreuz im auffanglager giessen gearbeitet.
(ehrenamtlich trifft es nur halb, weil ich durch die verpflichtung für 10 jahre im katastrophenschutz von der bundeswehr freigestellt war. das ging doch bei der NVA bestimmt auch, oder? )
den eindruck das die leute abgehauen sind weil es ihnen hier noch besser als zuhause gehen würde, kann ich nicht wiedergeben.

die hatten in ihrer heimat alles (gute jobs, freunde, auto, wohnung usw.), aber die wollten einfach nur raus weil sie es nicht mehr ausgehalten haben.

schönes beispiel ist eine ehemalige berufsschulkollegin.
die war erfolgreiche leistungssportlerin und lebte wie die made im speck.
ist trotzdem abgehauen.
hier hat sie wieder komplett von vorne angefangen.
kaufmännische ausbildung gemacht usw..
das sie mit hormonen bis zum anschlag vollgepumpt war, nur am rande.
hat sich herausgestellt als sie irgendwann kinder mit ihrem "west"-mann haben wollte und es nicht funktionierte. mittlerweile sind es 3!

aber mal abgesehn davon, was spricht dagegen wenn die leute abhauen damit es ihnen besser oder noch besser geht?
ich persönlich würde es nicht machen, aber lass die leute doch gehen.
ich sehe da keinen grund die grenze dicht zu machen.
eher einen, mir gedanken über mein politisches und wirtschaftliches system zu machen.

wie gesagt feiern immer, ohne gedenken/gedanken nimmer!

ist aber mal interessant eure meinungen zu lesen.

lg
olaf


ps.
komma, punkt, rechtschreibfehler?
das wird nichts mehr in diesem leben.

Deluxe

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Registriert am: 13.12.2001


Ich bleibe dabei:
Wer meint, die DDR-Befindlichkeiten ausschließlich anhand von sogenannten "Flüchtlings-Schicksalen" beurteilen zu können, der wird nie ein objektives, sondern stets ein stark verzerrtes Bild von diesem Lande haben.

@stumpi:
Deine Tätigkeit in Gießen in allen Ehren, aber Leute im Auffanglager sind nicht zu vergleichen mit dem Durchschnitt der Bevölkerung.

Vielleicht sollte man sich mal weniger mit denen befassen die abgehauen sind. Sondern mal diejenigen fragen, die dageblieben sind. Nein, das waren nicht nur die Mitglieder der SED oder die Mitarbeiter des MfS. Die Mehrheit derer die hier lebten und auch ganz sicher nicht weg wollten, hat ein ganz normales Leben geführt. Ohne Verfolgungswahn, ohne ständige Angst.

Freiheit ist eben immer nur die Freiheit dessen, der sie sich auch leisten kann. Und was nützt uns heute die Freiheit, alles überall sagen zu dürfen? Dem HIV-Empfänger, der ein gut ausgebildeter Fachmann auf seinem Gebiet ist und der trotzdem keinen Job hat, nützt sie einen Dreck, diese Freiheit. Die Freiheit von der heute alle reden ist eine Freiheit der Gutverdiener.
Und ob man am Arbeitsplatz (so man einen hat) heutzutage immer alles sagen kann? Ich habe da meine Zweifel...
Vertritt doch einmal vor einem CDU-nahen Chef eine ernstgemeinte kommunistische Wetlanschauung. Viel Erfolg! Und schonmal Augen aufhalten nach neuen beruflichen Möglichkeiten.

Eins ist klar - unter DDR-Verhältnissen hätte ich mit 27 sicher noch keinen Trabant gehabt. Zumindest keinen Neuwagen. Und wahrscheinlich auch noch keine Neubauwohnung WBS 70. Heute habe ich beides. Aber diese Dinge wären real erereichbar gewesen. Und der größte Unterschied: Ich hätte einen Arbeitsplatz gehabt und von dessen Bezahlung wäre das normale Leben absolut finanzierbar gewesen.
Nicht wie heute, wo man entweder gar keinen Job hat oder die 60h-Woche so bezahlt wird, daß eine ganze Reihe Leute trotz Vollzeitjob noch zusätzlich Sozialleistungen in Anspruch nehmen muß, weil die Kohle nicht zum Einfachsten reicht.

@stumpi:
Was dieses "Kennst Du nicht, warst ja damals noch Kind" betrifft nur soviel:

Erstens sind wir hier nicht in Vollnarkose aufgewachsen. Wir haben als Kinder sicher mehr Politik erlebt als Ihr, was schon allein an unserem Staat und seinem Bildunssystem lag. Wir wußten schon als Viertklässler, was im Westen Arbeitslosigkeit bedeutet und was man unter Chancenlosigkeit und Ausbeutung versteht. Heimatkunde Klasse 4 - das Lehrbuch habe ich erst wieder in Händen gehalten. Aus heutiger Sicht faszinierend, was damals schon über die heutigen Verhältnisse drinstand.

Von aller Ideologie einmal abgesehen, von allen Negativa die keiner bestreiten will. Man kann auch gern darüber diskutieren, ob man Kindern soviel Politik schon zumuten kann/will.
Aber Fakt ist, daß hierzulande damals einfach mehr Wissen rübergebracht wurde in den Schulen. Und auch daheim - Löwenthal höre ich aus Deinem Munde nicht zum ersten Mal...

Und falls man wirklich allen die damals noch nicht volljährig waren ihre Urteilskraft absprechen will - dann wirds Forum ganz schön leer. Dann dürften trabi, Mossi, wilhelminus und die meisten anderen registrierten Mitglieder auch nicht mehr mitdiskutieren und Du müßtest mit standard, Beppo, Saxonier und einigen anderen allein weitermachen...

[Bearbeitet von Deluxe (13-10-2006 - 09:03)]

Zoni

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Freiheit wird es in KEINEM System geben ! Frueher hatten wir die Diktatur der SED Bonzen, heute die des Kapitals.

Ich haette zu DDR Zeiten nie ein Gymnasium (EOS) besuchen koennen, weil immer nur die besten 2 delegiert wurden. Durch die Wende habe ich dies geschafft und konnte das Gymnasium beuschen. Auch hat die Wende es mir ermoeglicht, im Ausland zu arbeiten und viel zu reisen.
Das wichtigste : ich musste nicht 10 Jahre auf meinem Trabant warten durch die Wende

Deluxe

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Registriert am: 13.12.2001


quote:
Ich haette zu DDR Zeiten nie ein Gymnasium (EOS) besuchen koennen, weil immer nur die besten 2 delegiert wurden.

Woher haste das denn????? Es gab Klassen, in denen weit mehr als 2 zur EOS gegangen sind. Daß es sich dabei um die mit den besten Leistungen gehandelt hat, dürfte ja wohl irgendwie in der Natur der Sache liegen. Schließlich lautete das Ziel ja Abitur - und da sollte naturgemäß etwas mehr verlangt werden als beim Abschluß der Klasse 10.
Heute kommt ein Grundschüler mit 3,0 und schlechterem Durchschnitt auch nicht aufs Gymnasium.

Daß es bei der Auswahl der EOS-Schüler auch mitunter stark nach politischen Aspekten, "gesellschaftlicher Tätigkeit", Jugendweiheteilnahme usw. ging, soll dabei gar nicht bestritten werden.
Andererseits - warum soll ein Staat seine Gegner auf Staatskosten Abitur machen und Studieren lassen? Solche Schizophrenien gibts nur in unserem heutigen Staatsgebilde, wo erklärte Feinde des Systems auf Kosten aller Bürger studieren, Flugscheine machen und nachher als Terroristen bekannt werden. Aber das ist ein anderes Thema...

[Bearbeitet von Deluxe (13-10-2006 - 15:02)]

Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Ich hatte 1,7er Durchschnitt, daran kann es nicht gelegen haben

Nein es waren immer nur 2 Plaetze pro Klasse frei, diese haben die zwei besten bekommen. Das waren nunmal Katja und Ulrike, fast 1.0er Durchschnitt. Papa der einen war Major bei der Volksarmee und die Mama der anderen irgendwas hohes bei der Staatsbank

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