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Autor Thema: Ölpest
standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


So sieht es wohl aus! Gerade auch BP (aber bei weitem nicht nur...) hat diesbezüglich wohl bereits genug Dreck am Stecken - dem stehen Gewinne in 2-stelliger Milliardenhöhe alleine in 2009 gegenüber (Quelle: ARD-Bericht, vor kurzem gesendet).
Die Risiken am konkreten Beispiel waren nicht nur sehr wohl bekannt, es gab offenbar auch deutliche Warnsignale im Vorfeld der Katastrophe.
Außerdem kann es ja wohl weder richtig noch wahr sein, daß man im E-Fall allen Ernstes anfängt, erstmal eine Auffangvorrichtung zusammenzubasteln und sich sonstige Lösungsmöglichkeiten auszudenken - soetwas MUß m.E. bei einer derart riskanten und "am Limit des techn. machbaren" durchgeführten Bohrung bereitstehen, BEVOR etwas passiert, - um eben schnellstmöglich reagieren zu können.
Wer Plan A (Profit erzielen) hat, sollte und muß wohl eigentlich auch Plan B in petto haben - wenn´s eben doch mal rumpelt...
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Da Plan A aber Plan B eigentlich ausschließt, weil Plan B Kosten verursacht, die Plan A verkleinern würden, braucht es eine Instanz, die Plan B nicht nur fordert, sondern auch erzwingt.
Und diese Instanz kann nur die Öfentlichkeit - der Staat - sein.

Dumm, wenn der aber von den Machern des Plan A gekauft werden kann...

Daß Unfälle mit unkontrolliertem Ölaustritt beim Offshore-Fördern tatsächlich von einigen Leuten als nicht vorhersehbar eingestuft werden und im selben Atemzug die fehlenden Sicherheitsvorkehrungen als Restrisiko abgetan werden, finde ich durchaus bemerkenswert...

Trabantfan

Beiträge: 754
Registriert am: 18.03.2000


Falls es noch jemanden interessiert. Nix mit Lavalampe. In so einer Gas-Erdölblase herrscht ein Druck von mehreren hundert Bar!

Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum das nicht so einfach zu schließen ist.

pwb601

Beiträge: 3.903
Registriert am: 07.10.2001


@Oldman, auf der einen Seite wollen alle Öl haben, die Industrie, der Staat, die Privatleute, aber wenn bei der Gewinnung mal was schiefläuft, sagt jeder "IIICH hab immer gesagt, so geht das nicht!"

du schreibst bei den flugzeugen "so gut wie ausgeschlossen". Genau das ist ein Blowout auch, und es gibt ja redundante Sicherungssysteme (die in diesem Fall leider versagt haben).

[Bearbeitet von pwb601 (03-06-2010 - 08:37)]

ingo

Beiträge: 424
Registriert am: 26.12.2000


nach dem was ich bisher gelesen habe, wurde eben genau an den redundanten sicherheitssystemen kräftig gespart! mal was zum lesen:

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,697996,00.html

Frankenstein

Beiträge: 2.378
Registriert am: 18.06.2002


quote:
Original von Trabantfan

...

Jetzt kann ich auch nachvollziehen, warum das nicht so einfach zu schließen ist.


eben und schon garnicht mit 16 geschredderten autoreifen

Oldman

Beiträge: 623
Registriert am: 17.12.2003


Öl wollen alle haben das stimmt wohl. Leider wird das was ich am liebsten habe meist direkt abgebrannt bei der Förderung. Sieht man ja immer schön diese nette kleine Flamme an den Plattformen.

Das mit den Sicherheitssystemen lasse ich nicht gelten. Da hat BP massiv gespart und das wissentlich. Da kann man wieder die Flugzeuge als Beispiel nehmen. Nach dem Motto ach komm ein Kabel reicht passiert schon nichts.
SO kann und darf ich nicht agieren da mir die Folgen durchaus bewusst sind. Und BP hat nichts gelernt aus den vorherigen Unfällen (Pipelinebruch in Alaska) oder, was ich für wahrscheinlicher halte, wollen nichts dazu lernen.
Hier zieht auch nicht das Argument das man sparen müsse weil der Verbraucher niedrige Preise fordere. Denn 1l Öl zu fördern kostet auf die Menge gesehen gerade mal 1-6 CENT. Erst der Verkauf treibt den Preis hoch auf 45CENT. Na merkste was? Der Transport kostet auch nur 1Cent. Börsenhandel, Raffenerie und Lagerung kosten gerade mal 9Cent. Dann kommen noch Kosten für Tankstellen und die Gewinnmarge hinzu. Bis hierhin kostet ein Liter in der Summe also ca.70 Cent. Und den gesamten Rest kassiert Vater bzw. hier wohl eher Gevatter Staat.

pwb601

Beiträge: 3.903
Registriert am: 07.10.2001


Ochnuja ... daß Öl generell billig ist und eigentlich nur der Staat die Hand aufhält, ist mir schon klar ... andererseits ist mir egal, wer zwischendurch wieviel verdient, ich möchte ein günstiges Endprodukt (und Gott sei dank wollen das genug Leute, so daß Benzin auch in nächster Zeit verfügbar sein wird ) Und wenn der Staat zu viel abschöpft, kann ich BP sehr gut verstehen, daß sie ein wenig "dumpen" müssen.
das moss

Beiträge: 7.651
Registriert am: 20.03.2001


Heutzutage wird aber nicht mehr nach dem soviel wie nötig kalkuliert sondern nach dem soviel wie möglich......

Das bischen gepladdere da irgendwo da drüben mag für uns unmittelbar ziemlich Bockwurst sein - wenn sowas hier abgehen würde, ich weiß nicht ob mir das, zur Profitmaximierung einer Shareholder-Value-orientierten Holding, so egal wäre. Und bloß weil die Amis etwas weiter weg wohnen, ist es dummerweise der gleiche Planet.... und nur ein exemplarisches Beispiel von vielen.....

kat

Beiträge: 1.194
Registriert am: 25.11.2004


@pwb601

Ein Flugzeug stürzt nicht ab, wenn alle Triebwerke ausfallen. Wenn wir eine Gleitzahl von 20 annehmen, kommt es aus 10 km Höhe noch 200 km weit.

pwb601

Beiträge: 3.903
Registriert am: 07.10.2001


okay, das Flugzeug stürzt nicht direkt ab. Mir fiel bloß kein besseres Beispiel ein ... was ich sagen wollte: man kann sich eben einfach nicht gegen alles und jedes absichern. Jede Unternehmung birgt Risiken, die mit einer Wahrscheinlichkeit >0 irgendwann zum tragen kommen. Nun liegt das Kind im Brunnen, also hilft kein Jammern und Zetern, da hilft nur: aufräumen, draus lernen, noch mal versuchen, weitermachen. Da die große Masse der Bohr-/Förderplattformen fehlerfrei arbeitet, ist das System an sich wohl nicht falsch. Die meisten Autos fahren ja auch fehlerfrei, und nur, weil damit eine Anzahl Unfälle im Jahr passieren, schreit ja auch niemand nach einem Verbot (okay, ein paar ganz krasse Typen mal außen vor )

@Moss stimmt ja Ich seh es nur aus einer etwas anderen Perspektive. Wir sind dermaßen sensibilisiert in Sachen Umwelt, daß jeder kleine Unfall gleich der halbe Weltuntergang ist. Vor noch gar nicht so vielen Jahren wurden (oder werden immer noch) Tanks auf hoher See gespült, haben wir Gott weiß was ins Meer gekippt und den Ölwechsel auch schon mal Sonntags auf der grünen Wiese am Bach erledigt (etwas provokativ formuliert). Und keinen hat's gestört. Heute läuft ein bißchen Öl ins Meer und die Welt geht unter, so wie sie schon tausend Mal untergegangen ist ... ich weiß nicht ... hat etwas scheinheiliges für mich. Da haben einige wieder einen Anlaß gefunden, laut zu krakeelen, statt anzupacken und aufzuräumen.

ist aber nur meine Meinung, ich sag nicht, daß die richtig ist.

Oldman

Beiträge: 623
Registriert am: 17.12.2003


Ja ja früher war alles besser.

Ich denke aber das es nicht das gestiegene Umweltbewusstsein ist sondern das man eher mal drüber nachdenken sollte das die Natur seitdem der Mensch massiv seine Industrie vorantreibt wesentlich schneller und stärker geschädigt werden kann als vor dieser Zeit wo durch Vulkane und zahlreiche andere Umwelt"katastrophen" auch eine Schädigung entstand.

Das ist früher auch passiert und niemanden hat es gestört ist mir etwas zu salopp ans Thema rangegangen.

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


[zitat:] "da hilft nur: aufräumen, draus lernen, noch mal versuchen, weitermachen."

- Es wird sehr wahrsteinlich nur auf Punkt 3 und 4 hinauslaufen...

pwb601

Beiträge: 3.903
Registriert am: 07.10.2001


so ist es wohl

[Bearbeitet von pwb601 (04-06-2010 - 09:12)]

Frankenstein

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Registriert am: 18.06.2002


"BP Spills Coffee"

standard

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Registriert am: 26.01.2002


Nicht schlecht...
standard

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Registriert am: 26.01.2002


Der Wahnsinn geht bzw. sprudelt noch munter weiter:
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11835270/492558/Alex-bremst-Kampf-gegen-Oelpest.html
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