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Autor Thema: Erfahrungsbericht Mike Sanders Hohlraumkonservierung
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Es gibt zwar schon einige Konservierungs-Threads hier, aber zu den Verarbeitungserfahrungen möchte ich doch einen neuen eröffnen.

Habe soeben meinen 1.1 Universal konserviert. Das Druckluftset und auch den "Schmelzautomat" sowie 8kg Fett habe ich direkt bei Mike Sander bestellt. Gesamtkosten 365€ incl. MwSt und Versand. Bei derzeit 4 Fahrzeugen im Bestand hielt ich die Eigenanschaffung für sinnvoll. Schon bei einem Fahrzeug rechnet sich das, denn unter 500€ ist eine solche Konservierung als Fremdauftrag nicht zu haben. Jedenfalls nicht bei den offiziellen Verarbeitungsbetrieben von Mike Sanders Fett.

Tjaaa - der "Schmelzautomat" ist ein herkömmlicher Glühweintopf (Marke Severin) mit Ablaßhahn, der Heizköcher besteht aus einem (originalverpackten! ) Haarfön (Marke Severin) mit Schlauch. Dazu gibt es eine durchaus als hochwertig zu bezeichnende Druckbecherpistole, eine Hakendüse und die Hohlraumsonde. Und eben die beiden 4kg-Eimer Fett.

Zur Verarbeitung:
Das Fett auf ca. 100°C erhitzen ist erstmal kein Problem, dann rein damit in den Druckbecher und los gehts. Die Düse der Hohlraumsonde ist erstaunlicherweise fest genug mit dem Schlauch verbunden, um bei Erwärmung und Druckluft nicht abzugehen. Gefährlicher ist aber der Verschluß an der Pistole, der sich sehr leicht öffnet. Ich bin versehentlich beim Schweller Konservieren an den Verschluß gestoßen. Mit dem Ergebnis, daß der komplette Schlauch im Schweller verschwand...
Das Herausholen ist eine Freude für sich. Also - Schlauch festhalten!

Das flüssige Fett verarbeitet sich sehr leicht - und absolut sparsam. Arbeitet man zu langsam und trägt damit zuviel Material auf, kommt es sehr rasch wie Wasser aus den Ablauflöchern geflossen. Die bestellten 8kg sind für einen Trabant Kombi völlig ausreichend - hatte noch etwas übrig. Für die Limousine sollte man mit etwa 6kg hinkommen, denke ich. Heruntergetropftes Material nimmt man einfach mit der Spachtel vom Boden auf und verwendet es wieder.

An den sichtbaren Stellen konnte man sehr gut sehen, wie sich das Fett verhält. Es bleibt großflächig kleben, kriecht schon beim ersten Kontakt mit dem Blech, wird fest aber nicht hart. Blechtemperatur war heute etwa 5°C. Zusammen mit den beschriebenen Kriecheigenschaften sollte es sich spätestens im Sommer in alle Ritzen verteilt haben.

Fazit:
Kochtopf und Fön gibts sicher anderswo etwas billiger. Aus einer Hand ist aber auch nicht verkehrt. Lieferzeit betrug keine 24 Stunden! Freitag vormittags bestellt, Samstag kamen die 2 Pakete. Lieferung mit Rechnung - keine Vorkasse.

Verarbeitung hervorragend, jederzeit gern wieder.
Zeitaufwand etwa 4h incl. Vorarbeiten, Schmelz-Wartezeit und der Schwellerpanne.

Wer hier in der Gegend etwas aus der IFA-Palette zu konservieren hat und Sanders Fett nehmen möchte kann sich an mich wenden.

[Bearbeitet von Deluxe (20-03-2006 - 16:49)]

Oldman

Beiträge: 623
Registriert am: 17.12.2003


quote:
Wer hier in der Gegend etwas aus der IFA-Palette zu konservieren hat und Sanders Fett nehmen möchte kann sich an mich wenden.

Was würde mich den so eine Limo kosten bei dir? Und welche Vorarbeiten wären nötig. Hätte da schon Interesse dran.

Beppo

Beiträge: 12.828
Registriert am: 01.10.2000


Ich wollte meinen Hyco eigentlich schon letztes Jahr holhraumkonservieren lassen, aber beim wollen bliebs dann auch...

Deli, da du dich ja jetzt mit Kombi´s auskennst...

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Kein Problem. Mail zu mir, wer möchte. Sobald der 1.1er aus der Garage raus ist kanns losgehen.

Achso - was Vorarbeiten betrifft: Das selbe wie in der guten (?) alten Zeit. Komplette Innenausstattung rausbauen, sämtliche Verkleidungen, Sitze, Polster etc. Weiter nix.

[Bearbeitet von Deluxe (20-03-2006 - 18:13)]

wilhelminus

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Registriert am: 28.06.2004


Mein lieber Herr Gesangverein, da wird es in Deiner Garage künftig zugehen, wie in einem Taubenschlag...
Muldentaler

Beiträge: 603
Registriert am: 27.09.2002


Wie verhält es sich eigentlich, wenn der Trabi schon mit Elaskon konserviert wurde. Verträgt sich das (ist ja beides auf Fettbasis), rostet es unter dem Elaskon weiter oder kriecht das Fett drunter, dringt es in Falze ein (die sind ja schon mit Elaskon zu), wird ausgetrocknetes Elaskon wieder weicher?
Deluxe

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Registriert am: 13.12.2001


Das kann ich nicht sagen - wenn mir einer irgendeine konservierte Blechkiste (alter Schweller oder sowas) mit Elaskon gibt mach ich nen Outdoor-Test. Mike Sander rein, ab in den Regen und immer feste Salzwasser drauf übern Winter.
Ruediger

Beiträge: 1.404
Registriert am: 17.04.2005


@Deluxe - toll das du mit deinem Angebot jetzt erst kommst.
Hab grad heute und am Wochenende ein paar Flaschen Elaskon vermatscht
kupy

Beiträge: 7.303
Registriert am: 11.10.1999


Na und? Geschadet hat Elaskon auch noch nicht.
Mario

Beiträge: 563
Registriert am: 02.07.2000


"Mike Sander rein, ab in den Regen und immer feste Salzwasser drauf übern Winter."

Das muss ja 'n toller Kerl sein, dass der so in die Schweller passt und auch noch drin spazieren geht .
Aber feste Salzwasser drauf?!...tsts

Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


@Ruediger:
Gräm Dich nicht - kupy hat Recht. Schaden wirds eher nicht.

Nachtrag zum Erfahrungsbericht:
Wenn man mit einigen Tagen Abstand ein weiteres Mal das Fett im Topf anwärmt, sollte man mit Feuerzeug, Fön o.ä. den Ablaßhahn erhitzen. Da sitzt sonst ein sehr zäher Pfropfen drin...

Deluxe

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Registriert am: 13.12.2001


Nun ist es ja schon seit Tagen sehr schön warm da draußen und ich habe den 1.1er immer hübsch in der Sonne stehen lassen um zu sehen was das Fett macht.
Also - es tut genau das, was es soll: Kriechen. Aus diversen Löchern der Hecktür kommts raus, besonders aus den Wasserablauflöchern, nimmt den Weg über die Stoßstange und wird an deren Unterseite im Schatten wieder fest. An den Türgriffen gibts ebenfalls kleinere Spuren, es krabbelt unter den Griffdichtungen hervor und nimmt dann abwärts die Tür entlang seinen Weg.
Ok - den einen oder anderen wird das vielleicht stören, man muß eben immer mal nachwischen. Aber mir ist das sehr recht - denn besser Fett- als Rostflecke. Man kann so zumindest sicher sein, daß es wirklich kriecht wie der Hersteller verspricht.
Muldentaler

Beiträge: 603
Registriert am: 27.09.2002


Hat jemand schon Erfahrungen mit Fett für den Unterboden gesammelt? Ich wollte mal Vaters rostigen Benz (Bj. 12/2000!!, die Bude rostet schneller als früher Opels) damit behandeln. Wird das fest oder klebt dann alles voller Dreck?
@ Deluxe: Ist die Druckbecherpistole von Vaupel? So eine habe ich vor einigen Jahren zur Elaskonbehandlung gekauft und bin zufrieden damit.
Allerdings sollte man mit bei der Wiederverwendung von herausgelaufenem Elaskon oder Fett vorsichtig sein, da Schmutz schnell die dünnen Schlitze der Hohlraumsonde zusetzt.

[Bearbeitet von Muldentaler (13-07-2006 - 22:22)]

Deluxe

Beiträge: 14.007
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Hersteller der Pistole muß ich nachschauen.

Fürn Unterboden halte ich es nur bedingt geeignet. Habe es von außen lediglich an einigen Nähten und im Spritzbereich verwendet, sowie an den Schweißnähten der Radkästen und am Geweih. Klebt schnell voller Dreck, was aber an der Wirksamkeit nichts schmälern sollte. Das Problem ist mehr die optische Erscheinung. Solang es sauber ist, siehts sehr hygienisch aus - danach eher weniger...

standard

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Das Zeug ist m.E. nur für Hohlräume gedacht und geeignet, für den U.boden sollte es schon was steinschlagfestes sein.
das moss

Beiträge: 7.651
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eben nicht.....

der Vorteil liegt eben in der Abwaschfestigkeit gegenüber Wasser (+Salzzuschlägen) und der Kriecheigenschaft bei knackiger Erwärmung......

ich habe auch erst gedacht..... bähhh, sieht dreckig aus....

aber Steine (Rollsplit, Kies) bleiben drin hängen, werden rausgekärchert und gut ist......

(ich kanns beurteilen, ich bin diesen Winter mitm Warti 2500 km bei richtig bähbäh Wetter gefahren..... Feldweg, Landstraße, Autobahn.....

Für einen kompletten Unterboden sicherlich nicht das Optimimum, für Pfalze, Nähte und Übergänge gibts nix besseres.....

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


"für Pfalze, Nähte und Übergänge "

- da geh ich durchaus mit...

Deluxe

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Zumal ich ja Steinschlagschutz auf dem Unterboden drauf habe. Darauf wiederum feinsten Decklack (ja, mancher Snob lackiert den Unterboden in Wagenfarbe ) und darauf wiederum Sanders Fett.
Gromit

Beiträge: 229
Registriert am: 12.11.2002


Am Unterboden macht´s die Kombination.
Selbstverständlich gehört ein ordentlicher Steinschlagschutz unter das Auto.
Viele Materialien dieser Art werden aber nach einiger Zeit spröde und rissig.
Hier schlägt dann die große Stunde von MS-Fett: Wenn das drunter ist,
wird´s halt nicht so schnell spröde, und wenn ein Steinschlag mal heftiger war,
ist Mike Sanders schneller an der Stelle als daß man unterm Auto liegt, um den Steinschlagschutz auszubessern.
Die Abwaschfestigkeit würde ich aber nicht zu hoch bewerten. Da, wo regelmäßig viel Wasser hinkommt,
würde ich schon damit rechnen, daß das Fett irgendwann woanders sitzt.
das moss

Beiträge: 7.651
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dachte ich auch...... ist aber nicht so.... (mehr als Radlauf geht nicht.....)
Gromit

Beiträge: 229
Registriert am: 12.11.2002


Wenn es so ist, um so besser.
Jedenfalls gibt es in der Lada-Scene so einige Autos,
die dank MS-Kur um Schweißorgien drumrum gekommen sind,
während unbehandelte Exemplare nicht mehr wirklich existieren.
Spart auf Dauer ´ne Menge Geld und Scherereien.
Deluxe

Beiträge: 14.007
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Sooo - nun hab ich endlich mal die Fotos der Sommersaison geordnet und für Speicherplatz gesorgt. Es gibt jetzt eine Fotoserie bei www.trabant-universal.de , die eine Konservierung von 2 Kombis und einer Limousine mit Sanders Fett dokumentiert:

Direktlink:
http://www.trabant-universal.de/bilder/Sander/index.htm

standard

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Fragen: - Ist das die orig. Sander-Pistole?
(wenn ja, was kostet die?)
- was zum Teufel hat unser Willy da
im Bart zu hängen?

Der Verkäufer in MD hat mir übrigens dringend abgeraten, das Zeug im Dachhimmelbereich anzuwenden - es hätten sich schon diverse Leutz dort einiges versaut, durch die bekannt gute Kriecherei des Fettes. Ob´s stimmt, weeß ich nich...

Deluxe

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Ja, das ist die originale Sander-Pistole. Kostet einzeln 64€ bei Sander.

Im Bart hat er...nunja, eine lange Geschichte. Da hat ihn eine VW-Polo-Tür gebissen. Mitten in der Nacht, im Stockdunkeln kam die aus einem fiesen Hinterhalt und biß eiskalt zu. Ich vermute westliche Agenten...

Das mit dem Himmelbereich halte ich für ein Gerücht. Denn erstens ist der Steppelastine-Maliwatt-Himmel der 601er ohnehin abwaschbar. Zweitens genügt bei Sanders Fett stinkeinfaches Fitwasser zum wegwischen. Der einfachste Fettlöser ist nunmal Spülmittel.
Und gerade bei den Kombis ist der "doppelbödige" Dachrahmen ein neuralgischer Korossionsherd, da ist mir Wischen lieber als Schweißen.

Wie es bei Vlies- oder Filzhimmeln (1.1er!) aussieht ist eine andere Sache. Allerdings habe ich dort auch im diesjährigen Hitzerekordsommer nichts fleckiges entdecken können.

standard

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Naja - solche "richtigen" Himmel hat er mit Sicherheit auch gemeint...
Für ´ne Kugel wäre sicherlich Vorsicht geboten da oben!
markw

Beiträge: 124
Registriert am: 24.04.2005


Hab leider kein Bild entdecken können, wo man sieht wie die Schweller behandelt wurden. Kann man mit der Lanze von unten rein oder hilft nur anbohren von oben?
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Da gibts ab Werk Bohrungen - und zwar vom Radkasten aus. Eine jeweils vorn und eine hinten, früher nur eine hinten. Die sind mit Plastestopfen verschlossen und meist auch mit Ubotex überstrichen. Mitm Schraubenzieher rausmachen, Schweller soweit wie möglich mit Druckluft und Staubsauger säubern (empfehlenswert ist hier der Saugblaser Heinzelmann ) und dann rin mitte Zeuch...

Schweller von oben zu konservieren ist de facto wirkungslos!

Muldentaler

Beiträge: 603
Registriert am: 27.09.2002


Zum Schweller konservieren benutze ich meist das vordere Wasserablaufloch, der Srühkopf ist klein genug und der Schlauch reicht bis hinten und in´s Geweih. Zusätzlich bohre ich in der Mitte des Geweih´s noch ein Loch ins Bodenblech da es rechts und links vertikale Verstärkungsbleche gibt.
POSTKUGEL

Beiträge: 2.620
Registriert am: 24.04.2002


Heute Nachmittag bekommt mein Diamant-Rennrad (Made in GDR) eine Hohlraumkonservierung mit dem Sanders-Fett verpasst. Ich geb dem dann 100 Jahre Garantie gegen durchrostung
Ruediger

Beiträge: 1.404
Registriert am: 17.04.2005


Also ich hab mir schon einige Wagen nach der SANDERS Behandlung angesehn.So richtig schick sahn die nich mehr aus Einige Stellen im Sichtbereich hätte man da etwas sauber machen können.Ich bleib beim guten alten Elascon
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