Das TRABI Diskussionsforum ARCHIV


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Autor Thema: Wie lange soll das noch gutgehen, oder geht die BRD den Bach runter???
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Könnte durchaus so sein/werden...

Aber die Flucht in Sachwerte ist bei uns doch sowieso schon länger aktuell...Oldtimer sind halbwegs wertbeständig, wenigstens solange es Kraftstoff gibt...Häusle- und Garagenbau war/ist sicher auch kein Fehler...

Gut dran ist außerdem, wer ein paar Quadratmeter Gärtchen hat, um etwas Essen anzubauen.

Marlene

Beiträge: 1.083
Registriert am: 17.01.2007


Mensch Leute! Wenn man Euch so zuliest, könnte man meinen, der Weltuntergang stehe kurz bevor. Ein bißchen mehr Optimismus bitte Na, ein Glück zieh ich in ne Wohnung mit Kachelöfen um, da kann ich zur Not Holz sammeln gehen, wenn die Krise kommt
Gruß,
Marlene
TV P50

Beiträge: 3.959
Registriert am: 06.12.2001


Na gut das ich schon seit 2003 in ner Wohnung mit Kachelöfen lebe. Der Schlaue sorgt rechtzeitig vor

Ach und lass dich mal beim "Holzklauen" erwischen, dann biste Mode..... Holzsammeln ist heute nicht mehr umsonst!!! Und mit ein paar abgebrochenen Ästen kann man keine Wohnung einen Winter lang heizen
Ich spreche aus Erfahrung

TV P50

Beiträge: 3.959
Registriert am: 06.12.2001


edit, weil doppelt

[Bearbeitet von TV P50 (24-03-2009 - 21:02)]

Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Und hats hier aus dem Trabiforum schon jemanden direkt erwischt ?

Sprich: Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit ?

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Scheinbar noch nicht - es geht ja auch erst richtig los mit den eigentlichen Auswirkungen der Krise, langsam aber sicher...
Es soll aber eben auch Leute geben, die über ihren eigenen Dunstkreis auch noch ein Stück weit hinausgucken können (und wollen...), denen "fremdes Elend" noch nicht ganz am Allerwertesten vorbei geht. Gut möglich, daß sich so jemand dann als Pessimist und Schwarzseher/-maler betiteln lassen muß...
Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Naja der Laden wo ich arbeite den hats auch ganz schoen hart erwischt, extremer Umsatzeinbruch.
Wenn es die naechsten Monate so weiter geht, wird es wohl auch bei uns Entlassungen geben ....
Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


So uns hats jetzt auch erwischt, Kurzarbeit ab Mai.
Sehe ich aber net so schlimm, habe ich endlich mal Zeit an meinen Trabis zu schrauben
Beppo

Beiträge: 12.828
Registriert am: 01.10.2000


Wobei man natürlich eins sagen muß:
Es macht einen riesigen Unterschied, ob jemand "im Westen" in Kurzarbeit geht (mit viel höherem Brutto und womöglich mit anteiligem Lohnausgleich), oder das in den neuen Bundesländern geschieht. Da sieht das nämlich schon ganz anders aus und unterm Strich bleibt weniger übrig.
Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


@ beppo.. wieso?

es bleibt verhältnismäßig doch genau so wenig übrig im Osten wie im Westen... ob ich im Osten oder im Westen auf mitlerweile 50% kurz gehe und dann nur 50% vom Lohn kriege... (jaja.. mehr Ausgangsbrutto.. aber auch höhere Ausgaben )

und wer kreigt Lohnausgleich???????? damit ich weiß wo ich mich bewerben muss.... JEDER bekommt von der differenz 60% (bzw. 61 mit Kind) vom Amt obendrauf noch dazu...

nach kleiner Rechnung heißt das:
1500 € netto verdienen - 50% = 750 € Rest netto... (nein ich verdien nciht so viel... war nur ne gute Zahl)
so.. die Differenz beträgt also 750 €... davon krieg ich nun 60% wieder (abwohl ich dafür eigentlich nciht arbeiten geh!).. also noch mal 450 € oben drauf...

macht 1200 € bei Kurzarbeit statt 1500 € ohne Kurzarbeit..., obwohl ich aber nur 50% arbeite....

mal das bedacht? ich werd also fürs zuhause sitzen auch noch teilweise bezahlt... krieg also vom Staat.. also mir und dir und so weiter (z.B. damit mich die Situation nciht so trifft und ich das nötigstge noch zahlen kann...) Geld sogar noch geschenkt...

wenn ich 100% kurzarbeit habe,,, also NIX tu, dann bekomm ich immernoch 60% von meinem Lohn!!!!

und das in ost wie in west...

klar sind die brutto/nettolöhne im Osten niedriger als im Westen... aber das ist eben auch Baumaterial, Kino, die Cola in der Kneipe, Brötchen, Dosenpilze im Kaufland und so weiter...

Denke also nciht, dass man es auf nen Ost/West vergleich zielen kann...

Kurz ist für alle scheiße...

aber Zoni kann ich zustimmen.. mein Auto ist geputzt, die Blumen umgepflanz und die Spülmaschine eingebaut
und den Frühjlingsanfang kammer auch fein genießen...
*wink

POSTKUGEL

Beiträge: 2.620
Registriert am: 24.04.2002


Wobei die Aussage "im Osten ist es billiger" sooo einfach nicht mehr stimmt.

Es gibt genuegend Gegenden in den altBundeslaendern, in denen es sich deutlichst billiger leben laesstz als z.B. in Dresden.

Aber das muesste man dann sichelich an konkreten Beispielen in vergleichbaren Regionen fest machen und nicht so allgemein.

[Bearbeitet von POSTKUGEL (02-04-2009 - 19:10)]

Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


stimmt... Großstädte hab ich jetzt mal ausgenommen... ich bezog mich auf Kuhkaff Sinsheim im Westen im Vergleich zu Kuhkaff Bitterfeld/Wolfen im Osten .. da Kosten die Kauflandpilze echt 0,20 € mehr! *schnief
Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Ich bezahle 560 Euro warm fuer 55 qm.

Dafuer bekomme ich in Leipzig locker 30 qm mehr

Und ich habe auch gerade mal 250 Euro netto mehr als ein Freund der den gleichen Job in Leipzig macht.

Daher hinken solche vergleiche nach zwanzig Jahren extrem finde ich.

59 Euro bezahle ich alleine fuer eine Garage die den Namen nicht mal verdient hat

Und glaubt mir, ich kenne auch viele hier in Duesseldorf die weit aus weniger als 1500 netto haben .....

heckman

Beiträge: 8.322
Registriert am: 06.02.2005


480,- warm für 80qm plus großem Balkon, Garage, Boden, Keller in vernünftiger Wohnlage (Schule, Kiga, Aldi, Kaufland, Tanke, zentrumsnah - man braucht wirklich kein Auto) usw.). Und das im Westen (allerdings fast Grenzgebiet).
Das bezahl ich in NDH mittlerweile auch bzw. bekommt meine Mum, weil wir da vermieten
Und wenn ich dran denke, was ich dort verdienen würde...da bleib ich lieber hier.
TV P50

Beiträge: 3.959
Registriert am: 06.12.2001


Hier scheinen einige die Realität nicht zu kennen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!1

Man muß es ganz deutlich sagen.
Preisniveau ist im Osten genau gleich mit dem Westen, plus minus lokaler Schwankungen.
Nur das im Osten beileibe noch nicht überall der Lohn auf dem Westniveau ist!!!!!

Hier scheint deutlich Nachholebedarf an Informationen da zu sein. Das beschränkt sich auch nicht auf Großstädte.

Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


Zomi hat recht mit der Garage... welcher Ossi zahlt bitte für ne Garage in die Gerade so meine Pappe passt ohne Licht und Strom 55€ im Monat????????? in Thüringen krieg ich für 220 € schon eine gekauft *lachwech...
Was ist mit Kosaten fürs Lackieren und Strahlen? also wenn das in Ost und west gleich ist,.... Selbst Reifenwechsel etc... DAS muss ich alles bezahlen von meinem sooooooooo gewaltig viel größerem West lohn... und dann bleibt am Monatsende bei Kurzarbeit sooooooo viel mehr als wessi hängen als beim Ossi... könnt ich jedes WE von im Süden innen Urlaub fahren...
sorry TV... aber das Preisniveau ist eben nicht gleich... vielleicht bei Strom und Sprit... evtl. auch noch im Aldi... aber nciht was alle andern Lebenshaltungskosten /Vergnügungsdinge und Handwerk/Möbel etc angeht...
Allein die gleiche Jeans im Kik kostet hier 5 € mehr als im Osten... vergleich mal nen Möbel-Boss. Prospekt ost und west... ein sofa.. 2 Preise...
POSTKUGEL

Beiträge: 2.620
Registriert am: 24.04.2002


Es lassen sich immer Beispiele in beide Richtungen finden. Entscheident ist halt die persoenliche Situation. Nicht umsonst errechnet das stat. Bundesamt ja Warenkoerbe, um eine halbwegs objektive Basis fuer die Allgemeinheit zu finden, die aber mit dem Einzelfall oft nichts gemein hat.

Aber um mal konkret zu bleiben: Ich erhalte hier in DD gegenueber den Westkollegen fuer 10 Prozent mehr Arbeit 20% weniger Netto - und Rentenansprueche!. Klar sind die Garagen in DD recht erschwinglich - die Grundstueckspacht ist allerdings eine Frechheit! An meinem zukuenftigen Arbeitsort moegen vielleicht die Garagen teurer sein - Grundstueck+Haus incl. Doppelgarage kostet dagegen wieder ca. 40% weniger als im Dredner Durchschnitt. Man merkt also, es kommt immer drauf an...

JL

Beiträge: 1.783
Registriert am: 17.05.2001


mal zu den Wohnungsnebenkosten:

Naumburg: Frisch+ und Abwasser 6€ pro m³
Freising: 3€ pro m³

Naumburg: Müllkosten pro Jahr und Nase 50€ + 4€je Tonne
Freising: 50€ ohne Müllmarkengebühr

Die Grundmieten sind im Osten zwar billiger aber die überhöhten Nebenkosten fressen den Vorteil wieder auf!

Garage ist mit 30€ pro Monat gleich!

standard

Beiträge: 19.357
Registriert am: 26.01.2002


Ich wollt´s nicht sagen: gerade Trink- und Abwasserkosten liegen im Osten beinahe durchweg WEIT über dem Niveau im Westteil D´s (und da ist noch keine Rede von den teilweise -zig Tausend €uronen [Zwangs-]Anschlußgebühren, die die jeweiligen Grundst.eigentümer zu blechen hatten - dafür muß ´ne alte Dame laaaaange stricken...).
Oftmals liegen die Wasser/Abwasserpreise gut und gerne doppelt so hoch. Ursache sind die nach der Wende (teilweise mit geradezu verbrecherischer Energie) gebauten, haarstreubend überdimensionierten Anlagen, für die wir jetzt (und zeitlebens!) alle fein zur Kasse gebeten werden.
Im Gegensatz zu der um 5 €uronen teureren Jeans bei KIK kann man sich auch nicht aussuchen, ob man die bezahlt/kauft - oder eben nicht...
Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


stimmt
Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Mein Kumpel hat gerade ne Wohnung in Leipzig gemietet, 70 qm fuer 440 warm !

Ich zahle hier fuer 55 qm 550 warm.

Im Endeffekt isses doch egal wo man arbeitet, Hauptsache man hat nach Abzug der Grundkosten noch ein bissel was uebrig.
Und das wird fuer viele ob nun Ost oder West immer schwieriger durch Zeitarbeit und Lohndumping..

das moss

Beiträge: 7.651
Registriert am: 20.03.2001


Wenn jemand mal im aktuellen Stern nachblättert wird er feststellen das sich bspw. die Mieten in HRO auf fast Hamburger Niveau bewegen.

Eine Ursache könnte sein, das weit über 50% der Wohnungen sich in der Hand einer Wohnungsverwaltungsgesellschaft befinden die mehr oder minder durchsaniert hat und entsprechend streng nach Richtlinie die m²-Preise anpasst. Der Rest zieht natürlich nach und schwuppdiwupp hat eine kleine Großstadt fern anderer bedeutender Großstädte auf einmal ein mehr oder minder irres Mietniveau...... ein Novum soweit ich weiß.....

Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


gings nicht eigentlich um "was nach Kurzarbeit übrig bleibt" ? und nicht generell um ost und west?
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Sicher, aber solange eingeborene und auch angelernte "Wessis" lautstark verbreiten, im Osten sei ja alles SOOOO billig, muß das auch korrigiert werden dürfen.

Der Wissensstand von 1992 paßt einfach nicht ins Jahr 2009...was wir hier jetzt erleben geht uns gemeinsam an und wir können auch prima gemeinsam untergehen. Nach Ost und West fragt dann keiner mehr. Auch nicht, ob irgendwo etwas billiger ist...

Nur - die Krise ist ein Kind des Kapitalismus...und DER wurde im Allgemeinen zum Gott (oder besser gesagt zum Götzen) erhoben...vor allem aus einer bestimmten Himmelsrichtung. Wer an die Marktwirtschaft glaubt, dem sei ewige wirtschaftliche Gnade versichert.
Und nun ist der Ablaßhandel halt schiefgelaufen...und insbesondere im Westen will niemand wahrhaben, daß es an grundsätzlichen Fehlern des Systems kapitalismus liegt. Man glaubt immer noch an dessen sagenhafte "Selbstheilungskräfte"...und greift gleichzeitig in unverantowrtlicher Weise ein:
Künstliche Bedarfserzeugung über Abwrackprämien oder staatliche Milliarden für längst untergegangene Banken sind nur ein Beispiel...

Der ostdeutsche Durchschnittsbürger hat schonmal ein System scheitern sehen...und er kennt auch die Ursachen, die fast immer im System selbst zu suchen sind und nur selten bei den einfachen Menschen. Der westdeutsche Durchschnittsbürger muß das erst noch alles lernen, der hielt sich und seine Marktwirtschaft nämlich bisher für das überlegene Siegersystem. Und nun wird der Glauben daran erschüttert bis ins Mark...und man muß schlimmstenfalls vom Sockel heruntersteigen und begreifen, daß der Kapitalismus nur länger, aber nicht über-lebt...

Joey_A

Beiträge: 914
Registriert am: 15.09.2004


also ich für mein teil wollte da gar nciht so weit ausholen und auch nciht sagen dass alles "sooooooooo" viel billiger ist... nur das von meinem Kurz-netto eben im verhältnis das leben genau so beschissen bleibt wie anderswo.
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Das wiederum ist objektiv begründetes Schicksal der arbeitenden Klasse im Kapitalismus. Schon immer gewesen und für alle Zeiten sicher.

Es sei denn...

Zoni

Beiträge: 3.538
Registriert am: 15.11.1999


Eins macht stimmt mich bedenklich:

Es wird von der Politik immer wieder gesagt, die Banken muessen gerettet werden, da Sie das Rueckgrat der Gesellschaft sind.

In meinen Augen sind das aber unsere Kinder.
Und die werden in diesem Lande - in jeder Hinsicht - mit Fuessen getretet.

Die Regierung ist unfaehig und denkt nur ans jetzt, bestes Beispiel dei Abwrackpraemie.
In meinen Augen ein kurzzeitiger Effekt, ein Wahlgeschenk nicht mehr nicht weniger.

Dann wird es eben naechstes Jahr die Automobilinsolvenzen geben...

das moss

Beiträge: 7.651
Registriert am: 20.03.2001


eben weil es immer heißt: "lieber den Spatz...." ist es so. Die Abwrackprämie hat man (erstmal).... vielleicht geschiet ja noch ein Wunder und die Welt erhohlt sich in 6 Monaten.

Langfristige Ausrichtungen udn nachhaltige (an)gemessene Gewinne sind heutzutage weder zu realisieren noch erwünscht.

Vielleicht sollte man wieder Fünf-Jahrpläne ausgeben.....

Marlene

Beiträge: 1.083
Registriert am: 17.01.2007


Und dann? Nach Brecht verfahren? Problematisch an der Kapitalismusdebatte ist schon, daß ein gesellschaftsanalytischer Begriff verwendet wird, der hochproblematisch ist. Im Gegensatz zum "real existierenden Sozialismus" handelt es sich bei dem vornehmlich von seinen Kritikern so genannten Kapitalismus nicht um ein von Menschen erdachtes und durchgesetztes System, sondern um vorgefundene Mechanismen, die die Individuen unterschiedlich gut zu nutzen verstehen. Anders ausgedrückt, hat sich der Sozialismus als eine Utopie, eine Lehre davon, wie es sein soll, entpuppt; ganz anders hat Marx das noch gesehen, für den der Sozialismus eine künftige Gegebenheit sein sollte, wie der "Kapitalismus" für uns eine heutige Gegebenheit ist. Wir mögen es gutfinden oder nicht, wir können aber gegen die Gesetze des Marktes genausowenig etwas ausrichten, wie gegen die Schwerkraft oder Regenwetter. Nur einrichten können wir uns mit ihnen. Wer das letztlich am besten vermag, der wird übrigbleiben. Schließlich haben die Marktmechanismen, die mancher hier und anderswo als "Götzenkult" einstuft, auch und gerade in der DDR und den anderen RGW-Staaten funktioniert, was sich am hamstern von knappen Gütern, Tauschhandel und letztlich auch am Untergang des Systems erkennen läßt. Wenn also die BRD den Bach runtergeht, dann nicht deswegen, weil ein "Kapitalismus" am Ende ist, sondern weil wir bei der Anpassung an seine Regeln versagt haben: Sorry, ausgestorben.
Gruß,
Marlene
Deluxe

Beiträge: 14.007
Registriert am: 13.12.2001


Tja - da tun sich 2 Fragen für mich auf:

Muß sich das hochentwickelte und vernunftbegabte Individuum Mensch wirklich mit diesen offenkundig menschenfeindlichen "Mechanismen", wie sie soeben genannt wurden, dauerhaft abfinden oder sollte nicht gerade das Ziel sein, diese zu überwinden?

Und:
Glaubt wirklich noch jemand daran, daß die DDR real existierenden Sozialismus, ja Sozialismus überhaupt praktiziert hat?

Ich glaube nein, weshalb ich das Totschlagargument "Sozialismus in DDR gescheitert" nicht gelten lasse. Das war kein Sozialismus, dort wurde ständig gegen Grundlagen der eigenen Theorien verstoßen - angefangen beim von Marx propagierten ständigen kritischen Hinterfragen der Revolution (die es zudem nie gab, weil das System von außen aufdiktiert wurde) und ihren Ergebnissen über die kontinuierliche Fortentwicklung in Richtung Kommunismus bis hin zu vorsätzlichen ökonomischen und sozialen Fehlentscheidungen, die nur dem Machterhalt der herrschenden Klasse (auch Politbüro genannt) dienten.

Wir hatten einen Sozialfeudalismus sowjetischer Prägung, der in eben jenem Land entstanden war, das am allerwenigsten die Voraussetzung zur proletarischen Revolution mitbrachte, wenn man den Theoretikern glaubt. Rußland ist ohne industriellen Zwischenschritt direkt vom Zarenreich zum Pseudo-Sozialismus befördert worden. Aber die kapitalistische Massenindustrialisierung gilt als eine Grundvoraussetzung für die Verelendung der Massen und für daraus folgende revolutionäre Bestrebungen. In Rußland, einem rückständigen Agrarstaat, war das völlig deplaziert.
England, Deutschland - viele Staaten waren damals soweit, aber ausgerechnet in Rußland hat es eine kleine Gruppe von Quasi-Terroristen geschafft, sich an die Macht zu putschen und das ganze Sozialismus zu nennen.

Natürlich braucht es Marktwirtschaft, Konkurrenzdruck und Gewinnorientierung, ganz besonders im unteren Wirtschaftssegment bis in den Mittelstand - aber eben nur bis zu einem gewissen Maß! Sonst platzt die Blase...und derer sind viele geplatzt und es werden erst noch viele platzen.

Man braucht eine Marktwirschaft in Fesseln - keinen entfesselten Markt. Man braucht Infrastruktur in gesellschaftlicher Hand, nicht Privatisierung. Man braucht stärkere staatliche Einflußmöglichkeiten im produzierenden, industriellen Sektor auf Konzernebene - keine Zwangsverstaatlichung vom Klempnermeister nebenan. Man braucht einheitliches staatliches Bildungsmonopol und republikweit exakt die gleichen Bildungsstandards. Man muß den Föderalismus kritisch hinterfragen, der deutscher Kleinstaaterei in viel zu vielen Bereichen zur Renaissance verholfen hat...wieder Stichwort Bildungsnotstand. Man braucht staatlich festgelegte und einheitlich für ale geltende Gesundheitsvorsorge statt privater Mehrklassenmedizin.
Der Markt und der Geldumlauf muß wieder auf Wertschöpfung beruhen - und nicht auf Börsenspekulation mit effektiv wertlosem Papier.

Man könnte die Reihe nahezu endlos fortsetzen...

[Bearbeitet von Deluxe (06-04-2009 - 18:24)]

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